

Ein Sportverein will zur neuen Saison eigene Trikots, Hoodies und eine kleine Fan-Kollektion anbieten. Der Vorstand hat zwei Angebote auf dem Tisch: einen Print-on-Demand-Anbieter, bei dem man online ein Design hochlädt und ab dem ersten Stück bestellen kann – und eine Agentur, die Konzept, Design und Produktion übernimmt, aber ein Budget im vierstelligen Bereich aufruft. Auf den ersten Blick sieht die Entscheidung nach Preis aus. Tatsächlich hängt sie von etwas anderem ab: Wie viel Markenarbeit steckt schon in dem, was gedruckt werden soll?
Print-on-Demand-Plattformen sind für einen bestimmten Zweck sehr gut geeignet: Sie ermöglichen Bestellungen ab einem einzelnen Stück, ohne Lagerrisiko, ohne Mindestabnahme und mit kurzen Lieferzeiten von meist zwei bis acht Werktagen. Das Geschäftsmodell lebt davon, dass Design-Vorlagen in vorgegebene Druckflächen eingepasst werden – ein Logo mittig auf die Brust, ein Schriftzug auf den Rücken. Die realistische Marge liegt bei einfachen Produkten wie T-Shirts häufig nur im niedrigen einstelligen Euro-Bereich pro Stück, nach Produktionskosten, Versand und Plattformgebühren.
Das Ergebnis ist selten falsch, aber auch selten besonders. Wer schon ein fertiges, gut aufgelöstes Logo und eine klare Vorstellung vom Produkt hat, kommt mit Print-on-Demand schnell und günstig zu brauchbarer Ware – für einen einmaligen Verkaufsstand, ein kleines Testsortiment oder Merchandise, das nicht das Aushängeschild der Marke sein muss.
Sobald Merchandise Teil der Markenkommunikation werden soll – also etwas, das Fans, Kunden oder Mitarbeitende freiwillig tragen und weiterempfehlen – reicht „Logo auf Textil“ meist nicht mehr aus. Print-on-Demand-Plattformen bieten selten Beratung zu Schnitt, Stoffqualität, Veredelungstechnik oder dazu, wie ein Sortiment aus mehreren Produkten optisch zusammenhält. Genau das ist der Unterschied zwischen Merch, der wie ein Fanartikel vom Wühltisch aussieht, und Merch, das wie ein eigenständiges Markenprodukt wirkt.
Ein gutes Vorbild dafür, wie weit Vereinsmerchandising gedacht werden kann, liefert die Kollaboration von Paris Saint-Germain mit Jordan Brand: Dort wurde Vereins-Merchandise nicht als Zusatzgeschäft behandelt, sondern als eigenständige, hochwertige Produktlinie mit klarer Designsprache – ein Format, das weit über bedruckte Trikots hinausgeht und Fans dazu bringt, Teile davon auch abseits von Spieltagen zu tragen.
Statt „Was ist billiger?“ lohnt sich die Frage: Existiert bereits ein belastbares Briefing – Farben, Formate, Zielgruppe, Anlass – oder soll das erst entwickelt werden? Drei Szenarien in der Praxis:
Die beiden Optionen schließen sich nicht zwingend aus. In der Praxis funktioniert oft eine Kombination: Konzept, Design-System und Produktauswahl einmal sauber aufsetzen lassen – und danach je nach Bedarf über Print-on-Demand oder klassische Siebdruck-/Stickerei-Produktion fertigen, je nachdem, welches Druckverfahren zu Stückzahl und Produkt passt. So bleibt die Flexibilität von Print-on-Demand erhalten, ohne dass das Ergebnis wie ein Zufallsprodukt aussieht.
Wie viel ein solches Sortiment realistisch kostet, hängt stark von Menge und Verfahren ab – ein Überblick dazu steht im Artikel Was kostet Merchandising für Unternehmen und Vereine. Wer noch unsicher ist, woran ein tragfähiges Konzept überhaupt hängt, findet im Artikel warum das Briefing meist wichtiger ist als der Druck den nötigen Ausgangspunkt.
Wenn ihr an dem Punkt steht, an dem sich Print-on-Demand nicht mehr richtig anfühlt, aber eine komplette Kollektion noch übertrieben wirkt, lohnt sich ein unverbindliches Gespräch, um die Größenordnung gemeinsam einzuschätzen.