

9 bis 14 Euro pro Stück bei kleinen Stückzahlen, 3 bis 5 Euro ab 100 Teilen – bei Firmenmerch entscheidet selten das Design über den Preis, sondern das Veredelungsverfahren. Wer für ein Event, ein Recruiting-Give-away oder eine neue Kollektion Textilien bedrucken oder besticken lässt, bekommt von Druckereien meist drei bis vier Optionen genannt: Siebdruck, Stickerei, DTF und manchmal DTG. Die Verfahren unterscheiden sich nicht nur im Preis, sondern in Haltbarkeit, Farbtreue und ab welcher Stückzahl sie sich überhaupt lohnen.
Beim Siebdruck wird für jede Farbe eine eigene Schablone – das Sieb – angefertigt, durch die die Farbe auf das Textil gedruckt wird. Diese Einrichtungskosten fallen unabhängig davon an, ob am Ende 10 oder 500 Teile bedruckt werden, weshalb sich Siebdruck erst ab einer gewissen Stückzahl rechnet. Ab etwa 100 bis 150 Stück pro Motiv wird das Verfahren günstiger als die Alternativen, besonders bei ein- oder zweifarbigen Designs. Der Druck hält sehr lange – 60 bis über 100 Wäschen sind realistisch – und wirkt auf größeren Flächen kräftiger und deckender als andere Verfahren. Der Nachteil: Farbverläufe und fotorealistische Motive lassen sich kaum wirtschaftlich umsetzen, jede zusätzliche Farbe treibt den Preis nach oben.
Stickerei wirkt hochwertiger als jedes Druckverfahren, weil das Motiv nicht auf den Stoff aufgebracht, sondern mit Garn eingearbeitet wird. Für Logos auf Poloshirts, Softshelljacken oder Kappen ist das meist die bessere Wahl als Druck – gerade wenn das Textil im Berufsalltag getragen und häufig gewaschen wird. Die Kosten hängen von der Stichzahl ab, nicht allein von der Stückzahl: Ein kleines Brustlogo ist deutlich günstiger als ein großflächiges Rückenmotiv. Feine Farbverläufe oder sehr kleine Schrift lassen sich schlecht sticken, und auf dünnen, elastischen Stoffen kann Stickerei unangenehm sitzen.
DTF hat sich in den letzten Jahren zum Standard für kleine und mittlere Stückzahlen entwickelt. Das Motiv wird auf eine Spezialfolie gedruckt und anschließend mit Hitze auf das Textil gepresst – ohne Einrichtungskosten, ohne Mindestmenge, in Vollfarbe zum gleichen Preis wie ein einfarbiges Motiv. Das macht DTF ideal für Fotos, Farbverläufe oder kleine Auflagen ab einem Stück. Die Haltbarkeit liegt bei 40 bis 60 Wäschen und damit unter Siebdruck, für die meisten Firmenmerch-Anwendungen wie Teamshirts, Give-aways oder saisonale Kollektionen reicht das in der Regel aus.
DTG druckt wie ein großer Tintenstrahldrucker direkt auf den Stoff, funktioniert zuverlässig aber nur auf Baumwolle oder baumwollreichen Mischungen. Es eignet sich vor allem für Einzelstücke oder sehr kleine Auflagen mit vielen unterschiedlichen Motiven. Für klassisches Firmenmerch mit wenigen Motiven in größerer Stückzahl ist DTF inzwischen meist die praktischere und günstigere Alternative.
Wer nur auf den Stückpreis schaut, übersieht leicht, wofür das Merch eigentlich gedacht ist. Ein Give-away, das ein Kunde einmal auf einer Messe bekommt und vielleicht dreimal trägt, muss keine 100 Wäschen überstehen – hier ist DTF oft die wirtschaftlichere Wahl. Arbeitskleidung, die täglich getragen und regelmäßig gewaschen wird, verlangt dagegen nach Verfahren mit höherer Haltbarkeit, also Siebdruck oder Stickerei. Auch das Material spielt eine Rolle: DTF und DTG funktionieren nicht auf jedem Gewebe gleich gut, technische Funktionstextilien mit hohem Elasthan-Anteil vertragen sich oft besser mit Stickerei oder Siebdruck.
Firmenmerch ist ein Berührungspunkt mit der Marke – bei Mitarbeitenden genauso wie bei Kunden. Ein Logo, das nach drei Wäschen rissig wird, oder ein Aufdruck, der auf dem falschen Stoff schlecht sitzt, fällt am Ende stärker auf als jedes gesparte Cent beim Stückpreis. Deshalb sollte die Wahl des Druckverfahrens nicht isoliert von der Textilauswahl, der Zielgruppe und dem Einsatzzweck getroffen werden, sondern als Teil eines durchdachten Merchandising-Konzepts. Wie eine ganze Kollektion sinnvoll geplant wird, haben wir bereits in diesem Artikel beschrieben, und warum Qualität beim Merch heute wichtiger ist als reine Masse, zeigen wir hier.
Wenn ihr gerade eine Kollektion plant und unsicher seid, welches Verfahren zu eurem Textil und eurem Budget passt, schauen wir uns das gerne gemeinsam an.