

26 Sekunden. So lang ist im Schnitt das meistkommentierte Reel auf Instagram. Nicht 90, nicht 60 – 26. Wer seine Videos für Social Media plant, stolpert früher oder später über genau diese Frage: Wie lang darf, soll oder muss ein Video eigentlich sein, damit es funktioniert?
Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an, was das Video leisten soll – aber es gibt belastbare Richtwerte je Plattform und ein paar technische Grenzen, die du kennen solltest, bevor du produzierst.
Bevor es um die optimale Länge geht, kurz die harten Fakten zu den Obergrenzen:
Wichtig: Was technisch geht, ist nicht automatisch das, was auch ausgespielt wird. Instagram gibt inzwischen offen an, dass Reels über 3 Minuten Länge nicht mehr an Personen empfohlen werden, die dir noch nicht folgen. Dein Video bleibt dann innerhalb deiner bestehenden Follower-Reichweite hängen, statt über Explore oder den Reels-Tab neue Nutzer zu erreichen. Die Obergrenze zu kennen bringt also wenig, wenn du eigentlich neue Zielgruppen erreichen willst.
Für schnell scrollende Formate wie TikTok und Reels gilt: kürzer schlägt länger, wenn Reichweite das Ziel ist.
Als grobe Unternehmensfaustregel funktioniert: 15 bis 35 Sekunden für Unterhaltung und Markenbekanntheit, 60 bis 90 Sekunden für Erklärformate – alles darüber nur, wenn der Inhalt es wirklich braucht.
Die Länge selbst ist für keinen der drei Algorithmen ein direkter Rankingfaktor. Was zählt, ist die Completion Rate – der Anteil der Zuschauer, die dein Video bis zum Ende oder mehrfach ansehen. Ein 15-Sekunden-Video, das zu 90 Prozent zu Ende geschaut wird, schlägt ein 60-Sekunden-Video mit 20 Prozent Completion Rate praktisch immer. Genau deshalb ist die Empfehlung „kürzer ist besser“ eigentlich eine verkürzte Version von: „Mach dein Video nicht länger, als der Inhalt es rechtfertigt.“
Die ersten 1 bis 3 Sekunden entscheiden, ob überhaupt weitergeschaut wird. Ein Video, das erst nach 8 Sekunden zur Sache kommt, verliert einen Großteil seines Publikums, bevor die eigentliche Botschaft überhaupt ankommt – unabhängig davon, wie lang das Video insgesamt ist.
Die Länge ergibt sich aus dem Ziel, nicht aus einer pauschalen Empfehlung:
Wer Erklärvideo und Imagefilm ohnehin schon gegeneinander abwägt, kennt das Prinzip: Das Format – und damit auch die Länge – folgt der Funktion, nicht der Trendliste.
Die Plattform-Empfehlung ist der Rahmen, nicht die Strategie dahinter. Wenn ihr regelmäßig Kurzvideos für die für euch richtige Plattform produzieren wollt, entscheidet am Ende weniger die Sekundenzahl als die Frage, ob Frequenz und Format zusammen ein System ergeben, das sich durchhalten lässt. Wenn dafür intern die Kapazität fehlt, ist die Content-Produktion als Einzeldisziplin genauso buchbar wie im Gesamtpaket.