

2,65 Prozent durchschnittliche Interaktionsrate auf TikTok, 0,98 Prozent auf Instagram, 0,35 Prozent auf LinkedIn – nach aktuellen Branchenauswertungen liegt TikTok bei den nackten Engagement-Zahlen klar vorn. Wer nur auf diese Zahl schaut, postet am Ende trotzdem häufig auf der falschen Plattform.
Die Frage „Instagram, LinkedIn oder TikTok?“ lässt sich nicht mit einer einzigen Kennzahl beantworten, weil die drei Plattformen unterschiedliche Zielgruppen, Formate und Erwartungen bedienen. Wer die Entscheidung an der reinen Reichweite oder Engagement-Rate festmacht, wählt oft eine Plattform, auf der die eigene Zielgruppe zwar aktiv ist, aber aus ganz anderen Gründen als denen, die zum eigenen Angebot passen.
Es gibt keine objektiv beste Social-Media-Plattform – nur die, die am besten zur eigenen Zielgruppe, zum Produkt und zu den vorhandenen Ressourcen passt. Ein Beispiel: Ein B2B-Softwareanbieter, der auf TikTok Reichweite aufbaut, sammelt möglicherweise viele Views – aber wahrscheinlich nicht bei den Entscheidern, die ein Softwaretool tatsächlich einkaufen. Umgekehrt verschenkt eine Modemarke, die ausschließlich auf LinkedIn postet, den Großteil ihrer eigentlichen Zielgruppe.
Instagram bleibt die vielseitigste der drei Plattformen. Über Feed-Posts, Stories, Reels und Shopping-Funktionen lassen sich sowohl Marke als auch Produkt zeigen, und die Zielgruppe reicht von B2C-Konsumenten bis zu kleineren B2B-Nischen, die auf visuelle Präsentation angewiesen sind – etwa Design, Architektur, Gastronomie oder Handwerk. Der Aufwand liegt vor allem in der kontinuierlichen, visuell konsistenten Content-Produktion: Fotos, kurze Videos und eine erkennbare Bildsprache. Instagram eignet sich gut, wenn Marke und Produkt optisch erklärbar sind und eine breite bis mittlere Zielgruppe erreicht werden soll.
Bei B2B-Zielgruppen zeigt sich ein klarer Trend: Aktuelle Auswertungen sehen LinkedIn als bevorzugten Kanal für die Suche nach Fachinhalten und Anbietern im B2B-Bereich, deutlich vor Plattformen wie YouTube. Die Interaktionsrate ist im Vergleich niedriger, aber die Qualität der erreichten Zielgruppe – Entscheider, Fachpublikum, potenzielle Geschäftspartner – ist für viele B2B-Unternehmen relevanter als reine Reichweite. Der Aufwand ist überschaubarer als auf visuell getriebenen Plattformen, verlangt aber inhaltlich fundierten, spezifischen Content statt allgemeiner Motivationssprüche.
TikTok bietet die höchste Interaktionsrate aller drei Plattformen und eignet sich besonders für B2C-Marken mit jüngerer Zielgruppe und Produkten, die sich unterhaltsam in kurzen Videos zeigen lassen. Gleichzeitig zeigen Auswertungen eine deutliche Lücke zwischen Aufwand und Ergebnis: Viele Unternehmen nutzen die Plattform, aber vergleichsweise wenige berichten davon auch als ihrem erfolgreichsten Kanal. Hinzu kommt eine gewisse Unsicherheit rund um Plattform und Markenumfeld, die bei der Kanalwahl mitgedacht werden sollte. TikTok lohnt sich vor allem, wenn die Zielgruppe nachweislich dort aktiv ist und intern die Kapazität für kontinuierliche Kurzvideo-Produktion vorhanden ist – nicht als Versuch, „auch mal was mit TikTok zu machen“.
Statt einer Plattform-Rangliste hilft ein einfaches Raster mit vier Fragen:
In der Praxis reicht selten ein einziger Kanal. Sinnvoller ist häufig eine Hauptplattform, auf der die Zielgruppe eindeutig aktiv ist, ergänzt um eine zweite für ein spezifisches Ziel – etwa LinkedIn für Sichtbarkeit bei Entscheidern und Instagram für Employer Branding und Unternehmenskultur. Entscheidend ist, dass jede bespielte Plattform ein klares Ziel hat, statt aus reiner Vollständigkeit mitzulaufen. Ein Kanal, der nur „auch noch bespielt“ wird, bindet Ressourcen, ohne messbar etwas beizutragen.
Die richtige Plattform ergibt sich aus Zielgruppe, Produkt und vorhandenen Ressourcen – nicht aus der aktuellen Interaktionsrate allein. Wer diese Fragen vor der Kanalwahl klärt, spart sich Monate an Content, der zwar produziert, aber nie an die richtigen Menschen ausgespielt wird.
Mehr zur Planung dahinter: warum die meisten Redaktionspläne scheitern und wie oft du auf Instagram posten solltest. Wer die Entscheidung zwischen eigenem Team und externer Unterstützung noch klären muss, findet Orientierung im Vergleich Social-Media-Agentur oder eigener Mitarbeiter.
Wenn du an genau diesem Punkt feststeckst und nicht weißt, welche Plattform sich für dein Unternehmen wirklich lohnt, können wir uns das gemeinsam ansehen. Kontakt aufnehmen.