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Erklärvideo oder Imagefilm? Was für dein Unternehmen wirklich das richtige Format ist

28. August 2026
M2K Redaktion

Die meisten Unternehmen, die sich für ein neues Video entscheiden, landen zuerst beim Imagefilm. Er wirkt hochwertiger, fühlt sich nach „richtigem“ Marketing an und lässt sich gut auf der Startseite und bei LinkedIn zeigen. Für viele erklärungsbedürftige Produkte und Dienstleistungen ist das trotzdem die falsche erste Entscheidung – nicht weil der Imagefilm schlecht wäre, sondern weil er eine andere Aufgabe hat als die, die eigentlich gelöst werden soll.

Zwei unterschiedliche Aufgaben, ein Budget

Ein Imagefilm stellt dein Unternehmen vor: Werte, Team, Arbeitsweise, Atmosphäre. Er beantwortet die Frage „Wer seid ihr und wie tickt ihr?“ – meist emotional, oft mit echten Mitarbeitenden statt gestellter Szenen, weil Authentizität im B2B-Bereich inzwischen deutlich stärker wirkt als reine Hochglanz-Optik. Ein Erklärvideo dagegen beantwortet eine ganz andere Frage: „Was genau macht euer Produkt oder eure Dienstleistung, und warum brauche ich das?“ Es reduziert Komplexität, meist in 60 bis 120 Sekunden, oft mit Animation, Screenrecording oder einer Mischung aus beidem.

Das Problem entsteht, wenn ein Erklärvideo-Bedarf mit einem Imagefilm-Budget gelöst werden soll – oder umgekehrt ein reines Erklärvideo dort eingesetzt wird, wo eigentlich Vertrauen und Unternehmenskultur transportiert werden müssten. Beides sind legitime Formate. Sie lösen nur unterschiedliche Probleme.

Was ein Imagefilm leisten kann – und was nicht

Ein guter Imagefilm baut Vertrauen auf und positioniert dich als Marke, nicht nur als Anbieter. Er eignet sich für die Startseite, für Messeauftritte, für Karriereseiten und oft für den ersten Eindruck bei potenziellen Kund:innen, die noch nicht wissen, ob sie dir überhaupt glauben wollen. Was er in der Regel nicht leistet: ein komplexes Produkt oder einen mehrstufigen Prozess verständlich erklären. Wird versucht, beides in einem Format unterzubringen, wird der Film entweder zu lang oder zu oberflächlich – und erreicht am Ende keines der beiden Ziele richtig. Wie das konkret aussieht, wenn ein Video zwar professionell wirkt, aber trotzdem nichts bewirkt, beschreiben wir ausführlich in Warum die meisten Firmenvideos professionell aussehen und trotzdem nichts bewirken.

Was ein Erklärvideo leisten kann – und was nicht

Ein Erklärvideo ist das richtige Werkzeug, wenn potenzielle Kund:innen ein Produkt, eine Software oder einen Ablauf nicht auf Anhieb verstehen – etwa bei technischen B2B-Lösungen, komplexen Dienstleistungen oder Produkten mit mehreren Funktionsschritten. Es reduziert die Erklärungslast im Verkaufsgespräch, weil ein großer Teil der Grundlagen schon vorab verstanden wurde, wenn jemand mit dir spricht. Was ein Erklärvideo dagegen kaum leistet: emotionale Bindung oder Markenaufbau. Es ist funktional, nicht atmosphärisch – und genau das ist seine Stärke, solange man es nicht mit der Aufgabe des Imagefilms verwechselt.

Kostenrahmen im Vergleich

Die Preise für beide Formate haben eine große Spanne, weil Aufwand und Qualitätsanspruch stark variieren. Für ein professionelles Erklärvideo von etwa 60 bis 90 Sekunden bewegen sich die Kosten am deutschen Markt aktuell grob zwischen 2.000 und 12.000 Euro netto, je nachdem ob mit einfacher 2D-Animation, aufwendigerer Illustration oder gemischten Formaten aus Realbild und Animation gearbeitet wird. Ein Imagefilm liegt in einer noch breiteren Spanne von etwa 2.000 bis weit über 20.000 Euro – die meisten klassischen Unternehmensproduktionen bewegen sich im Bereich von rund 5.000 bis 15.000 Euro. Genauere Kostentreiber für Imagefilme – Drehtage, Team, Nachbearbeitung, Musik- und Sprecherlizenzen – haben wir im Detail in Was kostet ein Imagefilm? aufgeschlüsselt.

Ein Erklärvideo ist meist schneller produziert (häufig 3 bis 6 Wochen von Konzept bis fertigem Schnitt), ein klassisch gedrehter Imagefilm braucht durch Drehplanung, Location-Scouting und Postproduktion oft etwas länger.

Wann sich die Kombination aus beidem lohnt

Bei erklärungsbedürftigen Produkten mit hohem Beratungsbedarf lohnt sich häufig genau die Kombination: ein Imagefilm für Startseite und Markenauftritt, ein oder mehrere kürzere Erklärvideos für einzelne Produkte, Funktionen oder den Verkaufsprozess. So übernimmt jedes Format die Aufgabe, für die es gemacht ist, statt dass ein einzelnes Video beides gleichzeitig versuchen muss.

Wie du die Entscheidung in der Praxis triffst

Die entscheidende Frage ist nicht „Was wirkt hochwertiger?“, sondern: Woran hakt es gerade konkret? Wenn potenzielle Kund:innen dein Unternehmen zwar finden, aber nicht verstehen, was du eigentlich anbietest, brauchst du zuerst ein Erklärvideo. Wenn Interessent:innen dein Angebot verstehen, aber nicht genug Vertrauen aufbauen, um den nächsten Schritt zu gehen, ist der Imagefilm die bessere erste Investition. Wer beide Probleme gleichzeitig hat, sollte das Budget lieber auf zwei kleinere, klar fokussierte Produktionen aufteilen als auf einen einzigen Film, der alles auf einmal leisten soll.

Wenn du unsicher bist, welches Format für dein Produkt oder deine Dienstleistung tatsächlich das richtige Problem löst, lohnt sich ein kurzer Austausch, bevor die Produktion beauftragt wird – oft zeigt sich dabei, dass ein deutlich kleineres Format völlig ausreicht, um die eigentliche Lücke zu schließen. Mehr zu unserem Ansatz bei Video- und Content-Produktion findest du unter Content & Media.

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