

Ein Firmenvideo mit sauberer Kameraführung, gutem Licht und einem sympathischen Sprecher vor der Kamera ist noch keine gute Kommunikation. Es ist nur ein technisch einwandfreies Video. Genau daran hakt es bei vielen Imagefilmen und Produktvideos: Sie sehen gut aus, bewegen aber niemanden zu irgendetwas.
Wer sich Imagefilme aus unterschiedlichen Branchen ansieht, stößt immer wieder auf dieselbe Struktur: ein kurzer Einstieg zur Firmengeschichte, eine Geschäftsführerin oder ein Geschäftsführer, die oder der über Werte spricht, ein paar Produktaufnahmen mit Stockmusik im Hintergrund, zum Schluss das Logo. Nichts davon ist falsch. Aber diese Struktur informiert – sie erzählt nicht. Sie zeigt, was ein Unternehmen macht, ohne dem Zuschauer einen Grund zu geben, sich das zu merken oder etwas damit zu tun.
Ein Video, das ein Produkt von allen Seiten zeigt, dokumentiert. Ein Video, das mit dem Problem beginnt, das ein Kunde vor dem Kauf hat, und zeigt, wie sich dieses Problem konkret auflöst, erzählt eine Geschichte. Der Unterschied klingt klein, entscheidet aber darüber, ob ein Video im Kopf bleibt. Menschen erinnern sich an Spannungsbögen und Situationen, nicht an Merkmalslisten – auch dann nicht, wenn die Merkmalsliste hübsch animiert ist.
Ein häufiger Grund, warum Firmenvideos verwässern: Sie versuchen, mehrere Zielgruppen gleichzeitig zu bedienen. Ein Video soll Investoren beeindrucken, gleichzeitig Kunden überzeugen und nebenbei noch für Recruiting funktionieren. Am Ende spricht es niemanden wirklich an, weil jede Botschaft der jeweils anderen im Weg steht. Ein Video, das ein einziges Ziel für eine einzige Zielgruppe verfolgt – etwa: Fachkräfte sollen sich nach 90 Sekunden vorstellen können, wie ihr Arbeitsalltag aussieht – funktioniert fast immer besser als ein Video, das alles auf einmal will.
Ein größeres Budget löst dieses Problem nicht automatisch, es kann es sogar verschärfen. Drohnenaufnahmen, aufwendige Motion-Graphics-Übergänge und ein durchgestylter Look sorgen dafür, dass ein Video professionell wirkt – und genau das macht ein schwaches Konzept schwerer erkennbar. Die Technik lenkt vom eigentlichen Problem ab: Es gibt keine klare Botschaft, die das Video transportieren soll. Ein technisch einfacheres Video mit einer klaren Geschichte erzielt in der Praxis häufig mehr Wirkung als ein aufwendig produziertes Video ohne roten Faden.
Die Fehler, die ein Video am Ende wirkungslos machen, entstehen selten am Drehtag. Sie entstehen davor, wenn Konzept und Skript übersprungen werden, weil ein Kamerateam schneller gebucht ist als eine klare Botschaft entwickelt. Genau deshalb steht bei einem sinnvoll produzierten Firmenvideo die Frage nach Zielgruppe, Ziel und Geschichte am Anfang – nicht die Frage nach Kamera, Licht und Schnitt. Wie sich kurze Formate von klassischen Imagefilmen unterscheiden und wann welches Format sinnvoll ist, haben wir hier eingeordnet, was ein klassischer Imagefilm heute realistisch kostet, in diesem Artikel.
Wenn ihr gerade über ein neues Firmenvideo nachdenkt und noch nicht genau wisst, welche Geschichte es erzählen soll: Das ist der Punkt, an dem sich ein Gespräch vor der ersten Kamera-Anfrage lohnt – auf unserer Content-Seite geben wir einen Einblick, wie wir an solche Projekte herangehen.