

Auf der Über-uns-Seite lächelt eine Frau im Blazer in einen Laptop, hinter ihr ein Büro mit weißen Wänden und Grünpflanze. Die Firma sitzt in einem Gewerbepark, hat acht Mitarbeitende und dieses Büro noch nie betreten. Besucher merken das in Sekunden. Auch wenn sie es nicht benennen können, bleibt ein Eindruck hängen: Hier ist etwas nicht ganz echt.
Die Usability-Forschung der Nielsen Norman Group beschreibt seit Jahren ein klares Muster: Nutzer schauen auf Fotos, die relevante Informationen enthalten, zum Beispiel echte Menschen, echte Produkte oder echte Orte. Bilder, die nur eine Seite „auflockern“ sollen, werden dagegen häufig ignoriert. Und Bilder, die Nutzer schon von anderen Seiten kennen, prägen sich weniger ein. Ein Stockfoto erfüllt also oft nur eine Funktion: Platz füllen.
Das heißt nicht, dass jedes Stockfoto schadet. Es heißt: Dort, wo eine Seite Vertrauen aufbauen muss, tragen austauschbare Bilder nichts bei.
Ehrlich betrachtet gibt es Fälle, in denen Stockmaterial vertretbar ist: abstrakte Hintergründe, Texturen, Landschaften, Illustrationen für Blogartikel oder Bilder, die ein Konzept veranschaulichen und keine Personen vorgeben. Wichtig ist der Unterschied zwischen Bild als Dekoration und Bild als Aussage. Sobald ein Bild behauptet, „das sind wir“ oder „so arbeiten wir“, sollte es stimmen.
Ein halber Tag im eigenen Betrieb ergibt Porträts, Arbeitssituationen, Räume und Details. Damit lässt sich eine Website plus Social Media über Monate bestücken. Wichtig ist ein Shot-Plan im Vorfeld: Welche Seiten brauchen welche Motive, in welchen Formaten (Quer für Header, Hoch für Social, Freiraum für Text)?
Fünf gute Fotos aus dem Alltag wirken stärker als zwanzig glatte Symbolbilder. Ein handwerklich gutes Smartphone-Foto im richtigen Licht ist besser als ein perfekt gestelltes Stockbild, das jeder kennt.
Wenn Abläufe, Prozesse oder abstrakte Leistungen gezeigt werden sollen, sind eigene Illustrationen, Icons oder Diagramme ehrlicher als Fotos, die so tun, als wären sie echt. Sie lassen sich außerdem zum Corporate Design passend gestalten.
Für Produkte, die noch nicht existieren oder sich schwer fotografieren lassen, ist 3D eine echte Alternative zu Stock oder aufwendigem Studio. Wie sich die Optionen unterscheiden, erklärt CGI oder Fotostudio?.
Ob Fotos zufällig ausgewählt oder bewusst gestaltet sind, zeigt sich in der gesamten Wirkung einer Website. Die Bildsprache legt fest, wie Licht, Farbe, Blickwinkel und Nähe aussehen, und macht damit den Unterschied zwischen „Seite mit Bildern“ und „erkennbarer Marke“. Wie sich Bilder in den Aufbau einer Website einfügen, steht in Was gehört auf eine gute Startseite?. Und warum Bewegtbild ohne Konzept selten wirkt, zeigt Warum die meisten Firmenvideos professionell aussehen und trotzdem nichts bewirken.
Wenn du deine Bildsprache neu aufsetzen willst und nicht weißt, ob ein Shooting, Illustration oder ein Mix passt, hilft ein Blick auf Content und Medien bei M2K. Oder du schreibst uns über den Kontakt kurz, was du vorhast.