

Das Orange im Logo leuchtet am Monitor, auf dem gedruckten Flyer sieht es aus wie gedeckter Senf. Die Druckerei hat nichts falsch gemacht, und dein Bildschirm auch nicht. Die beiden Geräte arbeiten mit unterschiedlichen Farbräumen, und manche RGB-Farben existieren im Druck schlicht nicht.
Kurz gesagt: Für alles, was ein Bildschirm zeigt, brauchst du RGB (in der Regel sRGB). Für alles, was auf Papier gedruckt wird, brauchst du CMYK mit dem passenden Druckprofil. Entscheidend ist aber weniger der Modus als der Zeitpunkt der Umwandlung.
RGB ist ein additives System. Rotes, grünes und blaues Licht werden gemischt, aus allen drei Farben zusammen entsteht Weiß. Ein Display erzeugt Farbe also selbst, und zwar mit Licht.
CMYK ist subtraktiv. Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz (der Key-Kanal) werden auf Papier gerastert. Das Papier reflektiert Licht, die Druckfarben nehmen davon Anteile weg. Reines Weiß gibt es im Druck nur dort, wo kein Farbauftrag stattfindet, nämlich das Papier selbst.
Der druckbare Farbumfang (Gamut) ist deutlich kleiner als der eines Monitors. Besonders betroffen sind sehr gesättigte Töne: leuchtendes Orange, Neongrün, kräftiges Blau und Türkis. Wer so ein RGB-Blau in CMYK umwandelt, bekommt ein dunkleres, weniger leuchtendes Ergebnis.
„In CMYK anlegen“ reicht nicht als Anweisung. CMYK ist kein einzelner Farbraum, sondern eine Familie. Dieselben Werte sehen auf gestrichenem Papier anders aus als auf Naturpapier. Deshalb gibt es ICC-Profile, die das Verhalten einer Druckbedingung beschreiben.
Für Bildschirm, Website und Social Media nimmst du sRGB. Es ist der kleinste gemeinsame Nenner, den praktisch jeder Browser und jedes Smartphone korrekt darstellt. Größere Räume wie Adobe RGB oder Display P3 lohnen sich für Fotografie und Produktion, auf Websites führen sie ohne Farbmanagement eher zu Abweichungen.
Der häufigste Fehler: Ein Foto oder Logo wird irgendwann zufällig in CMYK umgewandelt, danach noch mehrfach bearbeitet und wieder zurückgewandelt. Bei jeder Umwandlung gehen Informationen verloren.
Gerade bei Logo und Corporate Design lohnt es sich, Farben einmal sauber zu definieren, statt sie in jedem Projekt neu zu schätzen. Im Farbblatt der Brand Guidelines sollten pro Farbe mindestens stehen: ein RGB-Wert und HEX für digital, CMYK-Werte für Druck auf gestrichenem Papier und, falls du eine exakte Hausfarbe brauchst, eine Sonderfarbe wie Pantone oder HKS.
Sonderfarben werden mit einer eigenen Farbe gedruckt und nicht aus CMYK gemischt. Das ist teurer, trifft aber Töne, die im Vierfarbdruck nicht erreichbar sind. Ob sich das für dich lohnt, hängt von Auflage und Farbe ab. Bei einem leuchtenden Hausorange auf einer großen Auflage kann es sinnvoll sein, bei einem Dunkelblau meist nicht.
Wenn Marke, Website und Printprodukte farblich nicht zusammenpassen und du nicht sicher bist, wo der Fehler entsteht, schauen wir uns das gern gemeinsam an. Einen Überblick über unsere Leistungen von Corporate Design bis Print findest du hier.