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RGB oder CMYK? Welches Farbprofil du für Druck und Bildschirm brauchst

30. Oktober 2026
M2K Redaktion

Das Orange im Logo leuchtet am Monitor, auf dem gedruckten Flyer sieht es aus wie gedeckter Senf. Die Druckerei hat nichts falsch gemacht, und dein Bildschirm auch nicht. Die beiden Geräte arbeiten mit unterschiedlichen Farbräumen, und manche RGB-Farben existieren im Druck schlicht nicht.

Kurz gesagt: Für alles, was ein Bildschirm zeigt, brauchst du RGB (in der Regel sRGB). Für alles, was auf Papier gedruckt wird, brauchst du CMYK mit dem passenden Druckprofil. Entscheidend ist aber weniger der Modus als der Zeitpunkt der Umwandlung.

Warum RGB und CMYK nicht dasselbe zeigen

RGB ist ein additives System. Rotes, grünes und blaues Licht werden gemischt, aus allen drei Farben zusammen entsteht Weiß. Ein Display erzeugt Farbe also selbst, und zwar mit Licht.

CMYK ist subtraktiv. Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz (der Key-Kanal) werden auf Papier gerastert. Das Papier reflektiert Licht, die Druckfarben nehmen davon Anteile weg. Reines Weiß gibt es im Druck nur dort, wo kein Farbauftrag stattfindet, nämlich das Papier selbst.

Der druckbare Farbumfang (Gamut) ist deutlich kleiner als der eines Monitors. Besonders betroffen sind sehr gesättigte Töne: leuchtendes Orange, Neongrün, kräftiges Blau und Türkis. Wer so ein RGB-Blau in CMYK umwandelt, bekommt ein dunkleres, weniger leuchtendes Ergebnis.

Das Farbprofil entscheidet, nicht nur der Modus

„In CMYK anlegen“ reicht nicht als Anweisung. CMYK ist kein einzelner Farbraum, sondern eine Familie. Dieselben Werte sehen auf gestrichenem Papier anders aus als auf Naturpapier. Deshalb gibt es ICC-Profile, die das Verhalten einer Druckbedingung beschreiben.

  • Gestrichenes Papier (Bilderdruck, Magazine, Flyer glänzend oder matt): in Deutschland üblich ist PSO Coated v3 (Fogra51). Die ältere Variante ist Fogra39 (ISO Coated v2).
  • Ungestrichenes Papier (Naturpapier, Briefbogen, Kuverts): PSO Uncoated v3 (Fogra52).
  • Digitaldruck im Büro oder bei Online-Druckereien: meist ebenfalls eines der obigen Profile. Die Druckerei gibt das in ihren Datenblättern an. Frag im Zweifel nach, statt zu raten.

Für Bildschirm, Website und Social Media nimmst du sRGB. Es ist der kleinste gemeinsame Nenner, den praktisch jeder Browser und jedes Smartphone korrekt darstellt. Größere Räume wie Adobe RGB oder Display P3 lohnen sich für Fotografie und Produktion, auf Websites führen sie ohne Farbmanagement eher zu Abweichungen.

Wann du umwandelst, ist wichtiger als wie

Der häufigste Fehler: Ein Foto oder Logo wird irgendwann zufällig in CMYK umgewandelt, danach noch mehrfach bearbeitet und wieder zurückgewandelt. Bei jeder Umwandlung gehen Informationen verloren.

  1. Arbeite so lange wie möglich in RGB. Fotos bleiben im RGB-Original, bis das Layout steht.
  2. Lege Druckprodukte in InDesign oder Illustrator direkt mit CMYK-Dokumentprofil an. Die Bilder werden dann beim PDF-Export mit dem Zielprofil umgerechnet.
  3. Wandle nie mehrfach hin und her. Ein Bild, das einmal CMYK war, bekommt seine RGB-Leuchtkraft nicht zurück.
  4. Prüfe mit der Softproof-Ansicht (in Photoshop und InDesign unter „Ansicht → Proof einrichten“), wie das Ergebnis mit dem Druckprofil wirkt, bevor du exportierst.

Was das für deine Hausfarben bedeutet

Gerade bei Logo und Corporate Design lohnt es sich, Farben einmal sauber zu definieren, statt sie in jedem Projekt neu zu schätzen. Im Farbblatt der Brand Guidelines sollten pro Farbe mindestens stehen: ein RGB-Wert und HEX für digital, CMYK-Werte für Druck auf gestrichenem Papier und, falls du eine exakte Hausfarbe brauchst, eine Sonderfarbe wie Pantone oder HKS.

Sonderfarben werden mit einer eigenen Farbe gedruckt und nicht aus CMYK gemischt. Das ist teurer, trifft aber Töne, die im Vierfarbdruck nicht erreichbar sind. Ob sich das für dich lohnt, hängt von Auflage und Farbe ab. Bei einem leuchtenden Hausorange auf einer großen Auflage kann es sinnvoll sein, bei einem Dunkelblau meist nicht.

Typische Fehler, kurz geprüft

  • Schwarz wirkt grau: Ein Text oder eine große Fläche in 100 % K sieht oft matt aus. Wie du für Flächen ein tiefes Schwarz mischst, erklärt unser Beitrag zu Rich Black im Druck.
  • Kleiner Text in vier Farben: Feine Schrift sollte nur aus K bestehen. Sonst passen die Farbplatten nie exakt übereinander, und der Text franst aus.
  • Logo als JPEG im falschen Modus: Warum Vektordateien die richtige Wahl sind, steht in Vektor oder Pixel.
  • Monitor nicht kalibriert: Selbst mit perfektem Profil siehst du auf einem schlecht eingestellten Display die falschen Farben. Für farbkritische Arbeit gehört ein kalibrierter Monitor dazu.

Kurzcheck vor dem Export

  • Stimmt das Zielprofil mit dem Papier der Druckerei überein?
  • Sind alle Bilder eingebettet und in der richtigen Auflösung?
  • Ist die Datei als PDF/X-4 oder nach Vorgabe der Druckerei exportiert? Details dazu findest du in Druckdaten erstellen.
  • Hast du einen Proof oder zumindest einen Softproof angeschaut?

Wenn Marke, Website und Printprodukte farblich nicht zusammenpassen und du nicht sicher bist, wo der Fehler entsteht, schauen wir uns das gern gemeinsam an. Einen Überblick über unsere Leistungen von Corporate Design bis Print findest du hier.

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