

„Schriften nicht eingebettet“, „Bilder in RGB“, „kein Beschnitt“: Wer zum ersten Mal Druckdaten abgibt, bekommt häufig eine dieser Rückmeldungen. Meist liegt es nicht am Design, sondern am Export. Die gute Nachricht: Mit einem sauberen PDF und fünf Prüfpunkten lässt sich das fast immer vermeiden.
Der Standard für Druckdaten ist ein druckfertiges PDF. Offene Programmdateien (InDesign, Illustrator, Word, Canva-Projekte) sind für die Druckerei ungeeignet, weil Schriften, Verknüpfungen und Einstellungen auf deinem Rechner liegen und woanders anders aussehen können.
Viele Druckereien nennen als Vorgabe eine PDF/X-Variante, meist PDF/X-1a, PDF/X-3 oder PDF/X-4. Das sind ISO-Normen für den Datenaustausch im Druck (PDF/X-4 ist in ISO 15930-7 beschrieben). Sie schreiben unter anderem vor, dass Schriften und Bilder eingebettet sind und Farben eindeutig definiert werden. Welche Variante verlangt wird, steht in den Datenblättern der jeweiligen Druckerei. Lies dort nach, bevor du exportierst.
Fehlt die Schrift im PDF, ersetzt die Druckerei sie durch eine andere, und dein Layout bricht um. Beim PDF/X-Export werden Schriften eingebettet. Alternativ wandelst du Text vor dem Export in Pfade um. Kontrollieren kannst du das in Adobe Acrobat unter Datei > Eigenschaften > Schriften: Dort sollte jede Schrift als „Eingebettete Untergruppe“ oder „Eingebettet“ stehen.
Gehen Farben oder Bilder bis an den Rand, braucht das Dokument über das Endformat hinaus eine Beschnittzugabe. Üblich sind 3 mm pro Seite. Die genaue Vorgabe unterscheidet sich je nach Druckerei, bei Anzeigen und Sonderformaten werden teils größere Werte genannt. Warum das so wichtig ist, haben wir hier erklärt: Beschnittzugabe im Druck. Wichtige Texte und Logos halten dagegen einen Sicherheitsabstand zur Schnittkante, in der Praxis meist mindestens 3 bis 5 mm.
Für Offset- und Digitaldruck gelten rund 300 dpi bei Endgröße als Richtwert. Was das für A4, A3 und Plakate in Pixeln bedeutet, rechnet dieser Beitrag vor: Bildauflösung für den Druck. Ein Bild, das du in der Vorschau hochskalierst, wird nicht schärfer. Der Export-Dialog rettet hier nichts.
Monitore arbeiten in RGB, Druckmaschinen in CMYK. Wer RGB-Daten ungeprüft abgibt, erlebt bei der Umrechnung Farbverschiebungen, besonders bei Neon- und satten Blautönen. Mehr dazu: RGB oder CMYK im Druck. Viele Druckereien nennen ein Ausgabeprofil wie PSO Coated v3 für gestrichenes Papier, das du beim Export einbetten oder auswählen sollst. Auch bei Schwarzflächen lohnt ein Blick: Rich Black im Druck. Kleiner Text sollte dabei nur in reinem Schwarz (K 100) gesetzt sein, nicht in einem Mehrfarb-Schwarz.
Ein „Als PDF speichern“ aus Word oder ein „Teilen“-PDF aus einem Online-Tool ist meist auf geringe Dateigröße optimiert: Bilder komprimiert, RGB, ohne Beschnitt. Verwende in Layoutprogrammen die Export-Vorgabe „PDF/X-4“ oder „Druckausgabequalität“. Manche Programme unterstützen den Standard nicht direkt (zum Beispiel Apples Pages); dann hilft ein Umweg über ein Layoutprogramm oder einen Konverter.
Bei größeren Auflagen oder kritischen Farben lohnt ein Proof oder ein Korrekturabzug vor dem Druck. Er kostet wenig im Vergleich zu einer fehlerhaften Auflage. Und wenn du Druckdaten nicht jedes Mal selbst vorbereiten willst: Print, Corporate Design und Marke laufen bei uns zusammen, sodass die Daten von Anfang an druckfertig angelegt werden. Einen Überblick findest du bei unseren Leistungen.