

Auf dem Monitor ist der Hintergrund tiefschwarz. Im Druck kommt ein Anthrazit zurück, das neben dem Schwarz einer Zeitung fast blass wirkt. Das liegt selten an der Druckerei. Meist liegt es daran, dass im Dokument Schwarz steht, aber nicht klar ist, welches.
Im CMYK-Farbraum gibt es nämlich mehrere Schwarztöne, die auf dem Bildschirm kaum zu unterscheiden sind und auf Papier deutlich auseinanderliegen.
Nur die Schwarzplatte (K) druckt. Das Ergebnis ist ein sauberes, aber nicht sehr tiefes Schwarz. Auf großen Flächen sieht es leicht grau aus, weil das Papier durch die dünne Farbschicht durchscheint.
Unter das Schwarz werden Cyan, Magenta und Gelb gelegt. Das Schwarz wird dichter und dunkler. Verbreitete Mischungen sind etwa 60 / 40 / 40 / 100 oder 50 / 40 / 40 / 100. Cyan ist meist der größte Anteil, weil es den kühlen, tiefen Eindruck verstärkt.
Alle vier Farben zu 100 Prozent. Diese Einstellung entsteht oft, wenn in InDesign oder Illustrator „Passermarken“-Farbe verwendet wird. Sie ist nur für Schnitt- und Passermarken gedacht, nie für Gestaltungselemente. Der Gesamtfarbauftrag liegt bei 400 Prozent, das ist für fast jedes Druckverfahren zu viel.
Faustregel: Flächen bekommen Tiefschwarz, Text und feine Linien bleiben bei reinem Schwarz.
Ein typischer Fehler: Ein schwarzer Hintergrund bekommt 60/40/40/100, die weiße Schrift darauf wird ausgespart, aber ein schwarzes Logo oder ein Textblock darüber ist ebenfalls mit Tiefschwarz angelegt. Das ist unkritisch, solange Schrift groß genug ist. Bei Kleingedrucktem in Negativschrift auf Tiefschwarz sollte die Schriftgröße mindestens so gewählt sein, dass feine Serifen nicht zulaufen.
Der Gesamtfarbauftrag (Total Area Coverage) ist die Summe aller Farbanteile an einer Stelle. 60/40/40/100 ergibt 240 Prozent. Druckereien nennen je nach Papier und Verfahren Obergrenzen, in der Praxis meist um die 280 bis 300 Prozent für gestrichenes Papier, bei ungestrichenem Papier häufig niedriger. Ist zu viel Farbe auf dem Bogen, trocknet sie schlecht, kann auf dem nächsten Bogen abfärben und die Fläche wirkt eher matschig als tief.
Welcher Wert gilt, steht im Datenblatt oder in den Druckdaten-Hinweisen deiner Druckerei. Frag im Zweifel nach, bevor du eine große Schwarzfläche anlegst. Das kostet eine E-Mail und spart im schlechtesten Fall eine Neuauflage.
Ein Monitor leuchtet. Papier reflektiert. Selbst das tiefste Druckschwarz bleibt unter dem, was ein guter Bildschirm zeigt. Ein verbindlicher Eindruck entsteht nur über einen Proof oder Andruck. Warum Farben im Druck grundsätzlich anders erscheinen als am Monitor, erklären wir im Beitrag RGB oder CMYK. Und wenn du die Datei für die Druckerei finalisierst, hilft dir der Überblick zu den passenden Dateiformaten.
Gängig sind 40 bis 60 Prozent Cyan, kombiniert mit 30 bis 40 Prozent Magenta und Gelb sowie 100 Prozent Schwarz. Die genaue Mischung hängt von Papier und Druckverfahren ab.
Nein. Kleine Schrift gehört auf reines Schwarz, damit keine Passerprobleme auftreten.
Ungestrichenes Papier saugt Farbe auf, die Oberfläche streut das Licht. Das Schwarz wirkt matter und weniger tief. Mehr Farbauftrag hilft hier nur begrenzt, weil für ungestrichene Papiere niedrigere Grenzen gelten.
Wenn Druckdaten bei euch regelmäßig zur Zitterpartie werden, lohnt sich ein gemeinsames Dokumentenset mit festgelegten Farbfeldern und Exportvorgaben. Wie das aussehen kann, zeigen wir dir gern im Gespräch. Unsere Leistungen rund um Print und Corporate Design findest du auf der Website.