

„Bitte als druckfähiges PDF liefern“ – dieser Satz aus der Druckerei sorgt oft für Verwirrung, wenn er kurz nach der ersten Abgabe zurückkommt. Dabei klang die verschickte Datei doch eigentlich fertig: Ein PDF war es ja bereits. Nur eben keins, das die Druckvorstufe verarbeiten konnte, weil Schriften nicht eingebettet waren, der Beschnitt fehlte oder Bilder im falschen Farbraum lagen.
Genau das ist der häufigste Grund, warum sich Druckaufträge verzögern: nicht mangelndes Gestaltungstalent, sondern das falsche Dateiformat oder ein falsch exportiertes PDF. Wer einmal versteht, was Druckereien technisch brauchen, spart sich Rückläufer, Nachbesserungen und verlorene Tage im Zeitplan.
Ein Bildschirm stellt Farben additiv über Licht dar (RGB), eine Druckmaschine trägt Farbe subtraktiv über Pigmente auf (CMYK). Schriften, die auf deinem Rechner installiert sind, existieren bei der Druckerei möglicherweise gar nicht. Und was am Bildschirm randlos bedruckt aussieht, braucht in der Datei zusätzliche Fläche außerhalb des Endformats – den Beschnitt. Ein offenes Layoutdokument aus InDesign, Illustrator, Word oder einem Canva-Export enthält davon oft nur die halbe Wahrheit. Deshalb hat sich für die Übergabe an die Druckerei ein eigener Standard durchgesetzt: PDF, genauer gesagt PDF/X.
Ein gewöhnliches PDF, wie es zum Beispiel Word oder PowerPoint erzeugt, ist für den Bildschirm optimiert und für Druckereien meist unzureichend. Der Standard PDF/X wurde speziell für die Druckvorstufe entwickelt und erzwingt genau die Punkte, die sonst gern vergessen werden: eingebettete Schriften, definierte Farbprofile, keine Verknüpfungen zu fehlenden Bilddateien. In der Praxis begegnen dir meist zwei Varianten:
Beim Export aus InDesign, Illustrator oder Affinity findest du die passenden Voreinstellungen meist direkt im Exportdialog unter „PDF/X-3:2003″ oder „PDF/X-4″. Im Zweifel hilft ein Blick in die Datenblätter der jeweiligen Druckerei – die meisten stellen ihre bevorzugten Exporteinstellungen als Download bereit.
Neben PDF tauchen im Alltag immer wieder andere Formate auf. Ein kurzer Realitätscheck:
Offene Dateien wie InDesign- (.indd) oder Illustrator-Dateien (.ai) werden nur verschickt, wenn die Druckerei selbst noch etwas anpassen soll – dann aber immer im Paket mit allen verlinkten Bildern und genutzten Schriften, dem sogenannten „Verpacken“ oder „Package“.
Bevor eine Datei rausgeht, lohnt sich der Check dieser fünf Punkte:
Wer diese Punkte vor dem Versand einmal durchgeht, bekommt deutlich seltener eine Rückmeldung mit „bitte korrigieren“ – und spart sich damit oft mehrere Tage im Projektzeitplan. Das gilt für den kleinen Flyer genauso wie für die große Messewand: Print funktioniert nach wie vor gut – wenn die Daten stimmen.
Wenn Gestaltung und Druckdatenaufbereitung ohnehin bei uns entstehen, übernehmen wir diesen Teil als festen Bestandteil des Projekts – sauber exportiert und mit der jeweiligen Druckerei abgestimmt. Mehr zu unseren Leistungen findest du hier.