

Ein Geschäftsführer schickt seiner Agentur eine Nachricht: „Unser Logo wirkt irgendwie alt, können wir das mal überarbeiten lassen?“ Zwei Wochen später, mitten im Briefing-Gespräch, stellt sich heraus: Das eigentliche Problem ist nicht die Bildmarke. Es ist, dass die Website, die Broschüren und der Social-Media-Auftritt aus drei unterschiedlichen Epochen stammen und die Positionierung des Unternehmens sich in den letzten Jahren verschoben hat, ohne dass die Marke mitgezogen ist. Die Frage „Logo-Redesign oder Rebranding?“ lässt sich nicht am Logo beantworten, sondern nur daran, wie tief das eigentliche Problem liegt.
Ein Logo-Redesign ist eine gezielte, meist visuelle Überarbeitung: Formen werden verfeinert, eine Schrift wird zeitgemäßer, Farben werden angepasst. Die Kernidee der Marke, ihr Name, ihre Positionierung und ihr Wiedererkennungswert bleiben erhalten – gute Beispiele dafür sind die vielen kleinen Logo-Updates großer Marken, die Kunden oft gar nicht bewusst wahrnehmen.
Ein Rebranding geht weiter. Es betrifft nicht nur das Logo, sondern die Markenstrategie dahinter: Positionierung, Zielgruppenansprache, Tonalität, oft auch Name und komplettes visuelles System – Farben, Typografie, Bildsprache, Corporate Design über alle Kanäle. Ein Rebranding beantwortet die Frage „Wofür stehen wir eigentlich, und passt unser Auftritt noch dazu?“ – nicht nur „Sieht unser Logo modern aus?“.
Genau dieser letzte Punkt ist in der Praxis der häufigste: das eigentliche Problem liegt selten im Logo selbst, sondern darin, dass es an einer klaren Markenrichtung fehlt, an der sich das Logo überhaupt orientieren könnte.
Drei Fragen helfen bei der ersten Einschätzung: Erstens, hat sich am „Was wir tun und für wen“ grundsätzlich etwas geändert, oder ist es das Gleiche wie vor fünf Jahren? Zweitens, wenn du Website, Broschüre und Social-Media-Profil nebeneinanderlegst – wirken sie wie ein Unternehmen, oder wie drei? Drittens, gibt es ein dokumentiertes Markenhandbuch, an dem sich neue Materialien orientieren, oder entscheidet jeder neu? Werden mehr als eine dieser Fragen negativ beantwortet, deutet das eher auf ein Rebranding als auf eine reine Logo-Überarbeitung hin.
Ein Logo-Redesign lässt sich meist in wenigen Wochen konzipieren und anschließend über bestehende Materialien ausrollen. Ein Rebranding ist ein strategischer Prozess: Positionierungsarbeit, Zielgruppenanalyse, Entwicklung eines vollständigen Corporate-Design-Systems und ein geplanter Rollout über Website, Social Media, Print und alle weiteren Touchpoints. Wer die Kosten für ein neues Corporate Design kennt, hat bereits eine gute Vorstellung vom Investitionsrahmen – ein Rebranding kommt durch die zusätzliche strategische Arbeit und den Rollout über mehrere Kanäle hinweg meist noch obendrauf.
Weil Strategie, Design, Content und die Umsetzung auf Website und Social Media bei M2K nicht in getrennten Silos laufen, sondern aus einem Team heraus entstehen, ist die erste Frage in jedem Erstgespräch nicht „Welches Logo möchtet ihr?“, sondern „Was soll sich für euer Unternehmen eigentlich ändern?“. Daraus ergibt sich, ob am Ende ein neues Logo reicht oder ein vollständig neues Markensystem sinnvoller ist. Wie ein Rebranding-Prozess konkret abläuft, hängt stark vom Ausgangspunkt ab – deshalb lohnt sich vor der Entscheidung immer erst eine ehrliche Bestandsaufnahme.
Wenn du unsicher bist, ob bei euch ein neues Logo reicht oder mehr dahintersteckt, lässt sich das in einem kurzen Gespräch meist schnell einordnen.