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Branding

Was kostet ein Corporate Design? Preise und Kostenfaktoren im Überblick

24. August 2026
M2K Redaktion

Ein Angebot liegt bei 1.200 Euro, ein anderes bei 18.000 Euro – für dasselbe Wort „Corporate Design“. Beide Anbieter haben technisch recht: Der eine liefert ein Logo mit zwei Farbvarianten, der andere ein komplettes System aus Markenstrategie, Logo, Farb- und Schriftwelt, Geschäftsausstattung und einem Styleguide, der festlegt, wie die Marke über Jahre konsistent auftritt. Bevor du Angebote vergleichst, lohnt sich deshalb ein Blick darauf, was mit dem Preis eigentlich mitgeliefert wird.

Was gehört überhaupt zu einem Corporate Design?

Corporate Design ist mehr als ein Logo. Zum vollständigen Paket gehören in der Regel: das Logo selbst (inklusive Reduktionsstufen für Favicon, App-Icon oder kleine Anwendungen), eine definierte Farbwelt mit exakten Farbwerten für Druck und Digital (CMYK, RGB, Hex), eine Schrifthierarchie für Headlines und Fließtext, grafische Elemente wie Icons oder Bildsprache, sowie ein Styleguide beziehungsweise Brand Guidelines, die festlegen, wie all das kombiniert werden darf – und wie nicht. Wer nur ein Logo kauft, kauft kein Corporate Design, sondern einen Baustein davon.

Preisspannen im Überblick

Die Bandbreite ist groß, weil Leistungsumfang und Anbietertyp stark variieren:

  • Freelancer: etwa 500 bis 5.000 Euro, je nach Erfahrung und Umfang. Stundensätze liegen meist zwischen 60 und 120 Euro.
  • Designbüro / kleinere Agentur: häufig 5.000 bis 8.000 Euro für ein solides Basispaket aus Logo, Farb- und Schriftwelt sowie einem kompakten Styleguide.
  • Vollservice-Agentur mit Markenstrategie: 10.000 bis 50.000 Euro oder mehr, wenn Markenpositionierung, umfangreiche Geschäftsausstattung, Webdesign, Social-Media-Vorlagen und ein ausführliches Guidelines-Dokument mit einfließen. Agentur-Tagessätze bewegen sich hier typischerweise zwischen 500 und 1.600 Euro.

Diese Zahlen sind Orientierungswerte aus dem deutschen Markt, keine Festpreise – am Ende zählt immer das konkrete Briefing.

Was den Preis wirklich treibt

Fünf Faktoren erklären den Großteil der Preisunterschiede:

1. Strategiearbeit vorab. Ein Logo lässt sich schnell zeichnen. Eine Marke, die aus einer klaren Positionierung, Zielgruppenverständnis und einem roten Faden für die Kommunikation entsteht, braucht vorgelagerte Analyse- und Strategiearbeit – das ist der größte Kostentreiber zwischen einem günstigen und einem hochwertigen Corporate Design.

2. Anzahl der Anwendungsfälle (Touchpoints). Ein Logo für die Website ist etwas anderes als ein System, das auf Visitenkarte, Fahrzeugbeschriftung, Messewand, Social-Media-Kanal, E-Mail-Signatur und Verpackung gleichermaßen funktionieren muss. Jeder zusätzliche Anwendungsfall bedeutet mehr Testarbeit und mehr Dokumentation.

3. Anzahl der Entwurfsrichtungen und Korrekturschleifen. Ob du einen einzigen Entwurf oder drei unterschiedliche kreative Richtungen zur Auswahl bekommst, mit jeweils zwei oder drei Feedbackrunden, wirkt sich direkt auf den Aufwand aus.

4. Umfang der Brand Guidelines. Ein zweiseitiges PDF mit Logo und Farbcodes ist etwas anderes als ein 40-seitiges Guidelines-Dokument, das Ton und Sprache, Bildwelt, Icon-Stil, Do’s and Don’ts sowie konkrete Layoutbeispiele für verschiedene Formate festhält.

5. Zusatzleistungen. Sobald Webdesign, Geschäftsausstattung (Briefpapier, Visitenkarten, Ordner), Verpackungsdesign oder Social-Media-Templates mit ins Paket wandern, addiert sich der Aufwand entsprechend.

Warum das billigste Angebot oft nicht das günstigste ist

Ein Logo für 300 Euro ohne Strategiearbeit, ohne Guidelines und ohne getestete Anwendungsfälle wirkt zunächst wie ein Schnäppchen. Das Problem zeigt sich meist erst später: Wenn niemand dokumentiert hat, welche Farbabstufungen erlaubt sind oder wie das Logo auf dunklem Hintergrund funktioniert, entstehen im Alltag Inkonsistenzen – die Marketingabteilung nutzt eine andere Blauabstufung als die Druckerei, der Social-Media-Kanal sieht anders aus als die Website. Diese Inkonsistenzen wieder einzufangen kostet am Ende oft mehr, als vorab in ein vollständiges System zu investieren.

Was du für dein Geld bekommen solltest

Unabhängig vom Budget gehören zu einem seriösen Corporate-Design-Paket mindestens: das Logo in Vektorformat (SVG, EPS) für verlustfreie Skalierung, definierte Farbwerte für Print und Digital, eine klare Schrifthierarchie, ein Dokument, das die Anwendung verbindlich regelt, sowie mindestens ein bis zwei konkrete Anwendungsbeispiele, die zeigen, wie das System in der Praxis funktioniert – nicht nur auf einer isolierten Logo-Präsentationsfläche.

Fazit

Bei Corporate Design zahlst du nicht für ein hübsches Bild, sondern für die Arbeit, die dafür sorgt, dass deine Marke über Jahre konsistent, wiedererkennbar und in jeder Anwendung stimmig bleibt. Je klarer du vorab weißt, welchen Umfang du brauchst – nur Logo oder komplettes System mit Strategie und Guidelines –, desto besser lassen sich Angebote überhaupt vergleichen.

Mehr zum Thema findest du in unseren Artikeln Was ist Branding? und Rebranding oder Markenaufbau. Wenn du dein Corporate Design gemeinsam mit einem Team entwickeln willst, das Strategie, Design und Umsetzung aus einer Hand denkt, findest du einen Überblick über unsere Leistungen hier.

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