

Dünner Stoff, ein aufgedrucktes Logo, das nach der dritten Wäsche Risse zeigt, Größen, die nie ganz passen. Fast jeder Verein, jedes Unternehmen mit eigenem Merch kennt dieses eine Shirt – bestellt für einen Anlass, getragen vielleicht einmal, danach in der Schublade. Das Budget dafür war meist gar nicht klein. Das Ergebnis wirkt trotzdem billig.
Das liegt selten am fehlenden Willen, guten Merch zu machen. Es liegt daran, wie die Entscheidung meist zustande kommt: kurzfristig, am Ende eines ganz anderen Projekts, mit der Frage „Wer kann uns schnell 200 Shirts mit Logo drucken?“ – statt mit der Frage, wofür dieses Merchandise eigentlich stehen soll.
Drei Muster wiederholen sich in fast jedem enttäuschenden Merch-Projekt:
Die seit 2018 laufende Partnerschaft zwischen Paris Saint-Germain und Jordan Brand ist ein gutes Beispiel dafür, was passiert, wenn Merchandise nicht als Beiwerk, sondern als eigenständiger Markenkanal gedacht wird. Die gemeinsamen Kollektionen – von Trikots bis zur eigenen Streetwear-Linie „Jordan Wings x PSG“ – funktionieren, weil sie konsequent an das Design- und Markensystem des Vereins anschließen, statt ein Logo auf Standardware zu kleben. Kollektionen erscheinen in bewusst begrenzten Drops statt als endlose Grundsortimente, was Nachfrage und Wahrnehmung von Exklusivität erzeugt, anstatt Regale zu füllen.
Kein Amateurverein hat das Budget von PSG oder Jordan Brand, und das muss auch niemand haben, um daraus etwas mitzunehmen. Das Prinzip lässt sich verkleinern: eine kleine, durchdachte Kollektion mit klarer Formsprache schlägt fast immer eine große Bestellung mit zehn beliebigen Artikeln. Qualität, die man anfasst und sofort merkt, wirkt stärker als Masse, die im Zweifel im Schrank verschwindet.
Was für Merchandise als eigenen Markenkanal grundsätzlich gilt, ist an anderer Stelle bereits ausführlicher beschrieben – ebenso, wie ein Merch-Projekt strukturiert überhaupt startet. Wer erkennt, dass das eigene Merchandise bisher eher zufällig als strategisch entstanden ist, findet auf der Merchandising-Seite von M2K einen Ausgangspunkt, das für die nächste Kollektion anders anzugehen.