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Was kostet ein Imagefilm? Drehtage, Postproduktion und was den Preis wirklich bestimmt

9. Oktober 2026
M2K Redaktion

„Was kostet ein Imagefilm pro Minute?“ ist eine der häufigsten Fragen, und eine der am wenigsten hilfreichen. Ein Film von zwei Minuten kann mehr kosten als einer von sieben, wenn er an drei Drehtagen mit Schauspielern entsteht und der andere an einem Vormittag im eigenen Büro. Anbieter sind sich deshalb in einem Punkt weitgehend einig: Nicht die Länge bestimmt den Preis, sondern Aufwand in Konzept, Dreh und Schnitt.

Preisspannen: Was Anbieter öffentlich nennen

Belastbare Festpreise gibt es nicht, aber Orientierungswerte. Je nach Quelle liegen Imagefilme für Unternehmen häufig im Bereich von etwa 5.000 bis 15.000 Euro (so nennt es ein Videografen-Vermittler für 2026). Eine Agentur für Mittelstand und Industrie gibt an, der Großteil ihrer Produktionen liege zwischen 5.000 und 50.000 Euro. Nach oben ist die Skala offen. Das sind Herstellerangaben, keine Marktstatistik, und sie ersetzen kein Angebot. Wer Angebote für wenige hundert Euro bekommt, sollte genau nachfragen, was darin enthalten ist.

Die Kostenbausteine im Überblick

Ein Imagefilm besteht aus mehreren Phasen. Jede davon taucht in einem seriösen Angebot als eigener Posten auf.

  1. Konzept und Drehbuch. Zielgruppe, Kernaussage, Dramaturgie, Storyboard. Hier entscheidet sich, ob der Film später etwas bewirkt. Diese Phase wird gern unterschätzt und bei Billigangeboten gestrichen.
  2. Vorproduktion. Locations, Besetzung, Terminplanung, Genehmigungen, Technikplanung.
  3. Dreh. Kamerateam, Licht, Ton, Equipment, bei Bedarf Drohne, Gimbal oder Slider. Abgerechnet wird meist in Tages- oder Halbtagessätzen. Die Zahl der Drehtage ist einer der größten Kostentreiber.
  4. Darsteller, Sprecher, Musik. Gagen, Sprecheraufnahme, lizenzierte oder komponierte Musik. Auch die Nutzungsrechte (Dauer, Medien, Gebiet) wirken sich auf den Preis aus.
  5. Postproduktion. Schnitt, Farbkorrektur, Tonmischung, Grafiken und Animationen, Untertitel, Übersetzungen bei mehrsprachigen Versionen.
  6. Zusatzformate. Kurzversionen für Social Media, Hochkant-Schnitte, Teaser. Wenn diese beim Dreh mitgedacht werden, sind sie deutlich günstiger, als sie nachträglich zu erzeugen.

Warum die Länge trotzdem eine Rolle spielt, nur eine kleinere

Imagefilme sind üblicherweise zwischen zwei und sieben Minuten lang. Ein längerer Film braucht in der Regel mehr Material, mehr Schnittzeit und oft mehr Drehtage. Der Zusammenhang ist aber nicht linear. Eine ruhige Interview-Szene mit Bauchbinden ist günstiger als 60 Sekunden mit mehreren Locations, Licht-Setups und bewegter Kamera.

Vier Stellschrauben, die das Budget steuern

  • Drehtage reduzieren. Alles, was sich an einem Ort bündeln lässt, spart Geld: Mitarbeiter-Statements, Produktion, Büro in einem Block.
  • Echte Menschen statt Schauspieler. Das spart Gagen und wirkt oft glaubwürdiger. Voraussetzung ist, dass das Team vor der Kamera gut angeleitet wird.
  • Material mehrfach verwenden. Aus einem Dreh lassen sich der Hauptfilm, mehrere Social-Cuts und Fotos für die Website gewinnen. Das setzt voraus, dass es vorher geplant wird.
  • Animation statt Dreh dort, wo ein Dreh schwierig ist. Komplexe Abläufe oder Produkte, die es noch nicht gibt, lassen sich häufig mit Motion Design oder 3D günstiger und klarer zeigen.

So vergleichst du Angebote

Drei Angebote sind nur dann vergleichbar, wenn alle auf demselben Briefing beruhen. Lege deshalb vorab fest: Ziel des Films, Zielgruppe, ungefähre Länge, Zahl der Drehorte, gewünschte Zusatzformate. Frage in jedem Angebot nach:

  • Wie viele Drehtage und wie viele Personen im Team sind kalkuliert?
  • Ist Konzept und Drehbuch enthalten oder nur die Umsetzung?
  • Wie viele Korrekturschleifen sind inklusive?
  • Welche Nutzungsrechte bekommst du (Dauer, Kanäle, Gebiet)?
  • Gehören Social-Cuts, Untertitel und Rohmaterial zum Lieferumfang?

Wann sich die Investition lohnt, und wann ein anderes Format besser ist

Ein aufwendiger Imagefilm lohnt sich, wenn er langfristig eingesetzt wird: auf der Website, im Recruiting, auf Messen, in Präsentationen. Wenn du dagegen vor allem regelmäßig Reichweite in sozialen Netzwerken brauchst, kann ein Set aus kürzeren Clips mehr leisten. Wir haben das ausführlich in Warum ein teurer Imagefilm oft weniger Wirkung hat als drei einfache Social-Cuts beschrieben. Ob überhaupt ein Imagefilm das richtige Format ist, klärt Erklärvideo oder Imagefilm?. Und wenn animierte Elemente Teil des Films werden sollen, hilft die Übersicht Was kostet Motion Design?.

Häufige Fragen

Was kostet ein einfacher Imagefilm mit einem Drehtag?

Eine seriöse Zahl lässt sich ohne Briefing nicht nennen. Als grobe Orientierung werden für kleinere Produktionen öffentlich Beträge ab etwa 5.000 Euro genannt. Entscheidend ist, was im Preis steckt.

Wie lange dauert die Produktion?

Von Konzept bis Lieferung sind sechs bis zwölf Wochen realistisch, abhängig von Abstimmungen und Drehterminen. Das ist eine Erfahrungsgröße, kein Standard.

Brauche ich ein Drehbuch?

Ja, auch wenn es nur zwei Seiten sind. Es verhindert, dass beim Schnitt Material fehlt, und macht Abstimmungen im Vorfeld statt hinterher.

Wenn du ein Projekt im Kopf hast und einschätzen willst, welches Format und welcher Aufwand dazu passt, können wir uns das gemeinsam ansehen. Schreib uns über den Kontakt kurz, was der Film leisten soll.

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