

Vor ein paar Monaten haben deine Reels im Schnitt noch 4.000 Accounts erreicht. Aktuell sind es 900 – bei gleicher Postingfrequenz, ähnlichen Themen, teilweise sogar besserer Bildqualität. Wenn dir das bekannt vorkommt, bist du nicht allein. Seit Ende April 2026 hat Instagram eine Regeländerung ausgeweitet, die genau bei Unternehmensaccounts oft zu diesem Effekt führt – und die wenigsten wissen, woran es liegt.
Instagram arbeitet nicht mit einem einzigen Algorithmus, sondern mit vier getrennten Ranking-Systemen für Feed, Stories, Reels und Explore. Jedes davon gewichtet Signale leicht unterschiedlich, aber drei Werte entscheiden 2026 in allen Bereichen am stärksten darüber, wie weit ein Beitrag ausgespielt wird:
Der letzte Punkt überrascht viele: Ein einfacher Like zählt für den Algorithmus inzwischen kaum noch etwas. Was zählt, ist, ob jemand einen Beitrag für relevant genug hält, ihn aktiv an eine andere Person zu schicken. Wer seine Erfolgsmessung noch an Likes ausrichtet, optimiert am eigentlichen Ranking-Signal vorbei.
Seit Sommer 2025 nimmt Instagram Accounts, die überwiegend fremde Inhalte reposten, aus den Empfehlungsflächen. Ende April 2026 wurde diese Regel von Reels auf Fotos und Carousels ausgeweitet. Betroffen sind nicht nur reine Repost-Accounts: Auch Unternehmen, die häufig Grafiken, Zitate oder Pressebilder ohne erkennbare eigene Bearbeitung teilen, verlieren dadurch spürbar an Reichweite. Instagram verlangt inzwischen „material edits“ – eine erkennbare eigene Leistung wie Einordnung, Kommentar, neues Framing oder redaktionelle Bearbeitung, nicht nur ein neuer Text über einem fremden Bild.
Bevor du deine Strategie änderst, lohnt sich ein nüchterner Blick in die Insights. Drei Fragen helfen bei der Eingrenzung:
Nicht jeder Reichweitenrückgang ist ein Algorithmus-Problem. Manchmal zeigt er nur, dass zu viele Formate parallel bespielt werden, ohne dass eine Redaktionsplanung dahintersteht – woran die meisten Redaktionspläne in der Praxis scheitern, haben wir an anderer Stelle genauer beschrieben. Und selbst wenn die Reichweite wieder steigt, ist das allein noch kein Geschäftserfolg: warum mehr Follower nicht automatisch mehr Anfragen bedeuten, ist eine eigene Betrachtung wert. Wer zusätzlich noch unsicher ist, wie lang einzelne Videos für welches Ziel sein sollten, findet das in unserem Beitrag zur optimalen Videolänge je Plattform.
Wenn du merkst, dass hinter dem Reichweitenrückgang mehr steckt als eine einzelne Stellschraube, lohnt sich manchmal ein Blick von außen auf Format-Mix, Content-Planung und Zielgruppenansprache als Ganzes – das ist einer der Bereiche, in denen wir bei M2K im Content-Bereich regelmäßig unterstützen.