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Branding

Was kostet ein Corporate Design? Leistungsumfang, Kostentreiber und worauf du im Angebot achten solltest

12. Oktober 2026
M2K Redaktion

Zwei Angebote für „ein neues Corporate Design“ können sich um ein Vielfaches unterscheiden, und beide können fair kalkuliert sein. Der Unterschied liegt selten im Logo. Er liegt in dem, was drumherum geliefert wird: Recherche, Farb- und Schriftsystem, Anwendungen, Dateien, Regeln und Nutzungsrechte.

Feste Preise nennen wir bewusst nicht. Ein Corporate Design hängt zu stark von Umfang und Ausgangslage ab, und Zahlen aus Ratgebern ohne Kontext führen eher in die Irre. Was wir dir stattdessen geben können: eine klare Übersicht, woraus sich der Preis zusammensetzt, damit du Angebote vergleichen kannst.

Was ein Corporate Design überhaupt umfasst

Corporate Design ist die visuelle Seite einer Marke: Logo, Farben, Schriften, Bildsprache, Layoutraster und die Regeln, nach denen alles zusammen verwendet wird. Es ist nicht dasselbe wie die Markenstrategie, die vorher klärt, wofür ein Unternehmen steht. Der Preis hängt deshalb stark davon ab, ob dieser strategische Teil mitbezahlt wird oder schon vorliegt.

Drei typische Umfänge im Überblick

Umfang Was enthalten ist Für wen sinnvoll
Basis Logo in allen Varianten, Farbpalette, Hausschrift, Geschäftsausstattung (Visitenkarte, Briefbogen, E-Mail-Signatur), kurze Anwendungshinweise Gründungen, kleine Unternehmen mit klarer Positionierung
Erweitert Zusätzlich Bildsprache, Layoutraster, Vorlagen für Präsentation, Social Media und Print, ausführliches Handbuch (Brand Guidelines) Wachsende Unternehmen mit mehreren Kanälen und wechselnden Mitarbeitenden
System Zusätzlich Markenstrategie und Positionierung, Tonalität, Webdesign-Grundlagen, Motion-Regeln, Rollout-Begleitung Rebranding, mehrere Marken oder Standorte, erklärungsbedürftige Produkte

Wer nur ein Logo braucht, findet Details im Beitrag Logo designen lassen: Was es kostet und was im Preis wirklich steckt. Hier geht es um das, was darüber hinausgeht.

Die wichtigsten Kostentreiber

  1. Strategie und Recherche: Wettbewerbsanalyse, Workshops und Positionierung kosten Zeit, verhindern aber, dass später im Kreis designt wird.
  2. Anzahl der Entwürfe und Korrekturschleifen: Zwei Richtungen mit je einer Überarbeitung sind etwas anderes als offene Schleifen. Die Zahl sollte im Angebot stehen.
  3. Anwendungen: Jede Vorlage und jede Anwendung ist Arbeitszeit. Visitenkarte, Präsentationsvorlage, Social-Templates und Beschilderung sind jeweils eigene Positionen.
  4. Umfang des Regelwerks: Ein vierseitiges Merkblatt und ein ausgearbeitetes Handbuch sind kaum vergleichbar. Zur Frage, wie viele Farben sinnvoll sind, hilft Wie viele Farben braucht ein Corporate Design wirklich?.
  5. Schriftlizenzen und Bildrechte: Eigene Schriften kosten Lizenzgebühren, die je nach Nutzung (Web, Druck, App) variieren. Mehr dazu in Schriftart-Lizenz für Unternehmen.
  6. Rollout und Abstimmung: Wie viele Personen im Unternehmen entscheiden mit? Je mehr Freigabeinstanzen, desto länger das Projekt.
  7. Nutzungsrechte: Zeitlich und räumlich unbegrenzte Rechte sind kalkulatorisch ein anderer Posten als eng begrenzte.

Angebote vergleichen: die Prüfliste

Lege die Angebote nebeneinander und prüfe diese Punkte. Wo eine Antwort fehlt, frage nach.

  • Sind Strategie und Gestaltung getrennt ausgewiesen?
  • Wie viele Entwurfsrichtungen und Korrekturschleifen sind inklusive?
  • Welche Anwendungen sind genau enthalten, welche sind Zusatzleistung?
  • In welchen Dateiformaten bekommst du das Ergebnis (Vektor, Web, Druck, Quelldateien)?
  • Welche Nutzungsrechte gehen auf dich über, und ab wann?
  • Wer bezahlt Schriftlizenzen und Bildrechte?
  • Gibt es ein Regelwerk, und in welcher Form?
  • Was kostet die spätere Weiterentwicklung, falls etwas ergänzt werden muss?

Ein sehr niedriger Preis ist nicht automatisch ein Problem. Er sollte aber erkennbar mit einem kleineren Umfang erklärt werden können. Wenn das Angebot vage bleibt, kommen die Posten oft später als Nachträge.

Wo am falschen Ende gespart wird

Der häufigste Fehler ist ein Corporate Design, das nur aus dem Logo besteht. Dann entscheidet bei jeder Broschüre, jedem Social-Post und jeder Website jemand neu, was „passt“. Das Ergebnis kennt man: Die Marke wirkt wie mehrere Unternehmen, wie im Beitrag Logo, Website, Social Media, Flyer beschrieben. Das Regelwerk und die Vorlagen sind deshalb kein Luxus, sondern der Teil, der dir später Geld spart.

Ebenso wichtig: Wenn unklar ist, wofür die Marke steht, löst auch das beste Design das Problem nicht. Dann kommt zuerst die Positionierung. Ob du ein Logo-Redesign oder ein komplettes Rebranding brauchst, klärt dieser Beitrag.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Entwicklung eines Corporate Designs?

Das hängt vom Umfang und vor allem von der Abstimmung ab. Ein schlankes Basis-Paket lässt sich in wenigen Wochen umsetzen, ein System mit Strategie braucht deutlich länger. Verzögerungen entstehen meist durch Freigaben, nicht durch die Gestaltung.

Gehören die Rechte nach Zahlung automatisch mir?

Nein, das regelt der Vertrag. Achte darauf, dass Nutzungsrechte zeitlich und räumlich unbegrenzt eingeräumt werden, und klär ab, ob Bearbeitungen durch Dritte erlaubt sind.

Kann ich ein Corporate Design Schritt für Schritt aufbauen?

Ja, wenn das Fundament stimmt. Ein sauber entwickeltes Basis-Set lässt sich später um Anwendungen und Regeln erweitern. Das Fundament selbst sollte aber nicht nachträglich geflickt werden.

Nächster Schritt

Wenn du unsicher bist, welcher Umfang zu deiner Situation passt, hilft oft ein kurzes Gespräch, bevor Angebote eingeholt werden. Einen Überblick über unsere Arbeit im Bereich Branding und Corporate Design findest du unter Leistungen. Für eine kostenlose Ersteinschätzung kannst du dich über den Kontaktbereich melden.

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