

Website: „Wir bieten ganzheitliche Lösungen für Ihre Herausforderungen.“ Instagram: „Montagsmotivation, Team! 🚀“ Am Telefon: „Joa, kriegen wir hin.“ Alle drei Sätze stammen vom selben Unternehmen, und keiner klingt nach demselben Absender. Das fällt intern selten auf, weil jeder nur seinen Kanal sieht. Kunden sehen alle.
Tone of Voice beschreibt, wie eine Marke spricht: Wortwahl, Satzlänge, Ansprache, Haltung, Humor. Er ist kein Slogan und keine Textvorlage, sondern eine Reihe von Entscheidungen, die verhindern, dass jede Person im Unternehmen anders schreibt. Das ist der sprachliche Teil dessen, was bei Logo und Farben längst selbstverständlich ist.
Der Zusammenhang mit dem Gesamtauftritt ist eng. Wenn Logo, Website, Social Media und Flyer wie drei verschiedene Unternehmen wirken, gehört die Sprache fast immer dazu, siehe Warum deine Marke oft wie drei verschiedene Unternehmen wirkt.
Ein uneinheitlicher Ton kostet Wiedererkennung und Vertrauen. Er macht außerdem jede Texterstellung langsamer, weil bei jedem Text neu verhandelt wird, wie er klingen soll. Je mehr Kanäle und Dienstleister beteiligt sind, desto stärker schlägt das durch. Es ist dasselbe Muster wie bei getrennt arbeitenden Spezialisten, das wir in Fünf gute Dienstleister, ein schwaches Ergebnis beschrieben haben.
Vorher: „Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass Ihre Anfrage bei uns eingegangen ist und zeitnah bearbeitet wird.“
Nachher (Ton: direkt, zugewandt): „Danke für deine Anfrage. Wir melden uns bis morgen Mittag bei dir.“
Der Inhalt ist gleich, der zweite Satz ist verbindlicher und klingt nach einem Menschen.
Gehört in den Brand Guide, möglichst mit den Beispielen. Welche Bausteine ein Markenhandbuch haben sollte, steht in Was gehört in einen Brand Guide? Ein Dokument allein ändert allerdings wenig: Der Ton muss in Vorlagen, Briefings und Freigaben auftauchen, sonst bleibt er Theorie.
Manchmal liegt der unklare Ton daran, dass die Marke selbst keine klare Richtung hat. Dann hilft kein Stilguide, sondern eine Positionierung, wie in Das Problem ist nicht dein Logo, sondern dass deine Marke keine Richtung hat. Genau an dieser Schnittstelle arbeiten wir bei M2K: Strategie, Design und Sprache aus einem Team. Mehr dazu unter Leistungen.