

300 Flyer für eine Messe in der nächsten Woche, 5.000 für eine Kampagne, die erst in zwei Monaten startet – beide Projekte brauchen Flyer, aber nicht dasselbe Druckverfahren. Wer zwischen Digitaldruck und Offsetdruck falsch entscheidet, zahlt entweder unnötig drauf oder wartet länger auf die Lieferung, als das Projekt erlaubt.
Digitaldruck überträgt die Druckdaten direkt aus der Datei auf das Papier, ähnlich wie ein sehr guter Bürodrucker im Großformat – ohne Druckplatten, ohne Einrichtungszeit. Offsetdruck presst die Farbe zunächst auf eine Druckplatte und von dort über eine Gummiwalze auf das Papier. Für jede Druckfarbe wird eine eigene Platte benötigt. Genau diese Platten sind der Grund, warum Offsetdruck erst ab einer bestimmten Auflage günstiger wird als Digitaldruck: Die Rüstkosten fallen einmalig an und verteilen sich mit steigender Stückzahl auf immer mehr Exemplare.
Bis etwa 500 Exemplare ist Digitaldruck in der Regel die günstigere und flexiblere Wahl. Kleine Auflagen zwischen 100 und 250 Stück liegen häufig im Bereich von 35 bis 90 Euro, 1.000 beidseitig bedruckte A5-Flyer meist zwischen 60 und 180 Euro – abhängig von Papier, Format und Veredelung. Weil keine Druckplatten angefertigt werden müssen, sind kleine Auflagen oft schon nach ein bis drei Werktagen fertig. Digitaldruck lohnt sich außerdem, wenn unterschiedliche Versionen eines Motivs gedruckt werden sollen, etwa personalisierte Einladungen oder regional angepasste Flyer.
Ab etwa 1.000 bis 2.000 Exemplaren beginnt sich die Kalkulation zugunsten von Offsetdruck zu drehen, weil sich die Rüstkosten für die Druckplatten auf deutlich mehr Exemplare verteilen. Bei sehr hohen Auflagen sinkt der Preis pro Stück im Offsetdruck spürbar unter den des Digitaldrucks. Dafür braucht Offsetdruck mehr Vorlaufzeit – typischerweise 5 bis 10 Werktage – weil die Platten erst belichtet und die Maschine eingerichtet werden muss. Wer kurzfristig Flyer für eine Messe in der nächsten Woche braucht, sollte diese Zeit in der Planung nicht unterschätzen.
Bei mehrseitigen Broschüren lassen sich Offset- und Digitaldruck auch kombinieren. Der Innenteil, der für alle Exemplare identisch ist, entsteht dann im Offsetdruck, während ein individualisierter Umschlag – etwa mit Namen, Datum oder Standort – im Digitaldruck ergänzt wird. So lässt sich die Kosteneffizienz großer Auflagen mit der Flexibilität kleiner Anpassungen verbinden.
Als Faustregel gilt: Unter 500 Exemplaren oder bei knapper Zeit ist Digitaldruck fast immer die richtige Wahl. Über 1.500 bis 2.000 Exemplaren mit ausreichend Vorlauf lohnt sich in der Regel Offsetdruck. Dazwischen entscheidet meist der konkrete Kostenvoranschlag der Druckerei, denn die genaue Schwelle hängt von Papier, Farbanzahl und Format ab. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Druckdaten im richtigen Format und mit der richtigen Auflösung angeliefert werden – wir haben dazu bereits zusammengefasst, welche Dateiformate Druckereien tatsächlich brauchen und welche Auflösung für scharfe Druckergebnisse nötig ist. Warum Print trotz aller Digitalisierung nach wie vor wirkt, wenn es strategisch eingesetzt wird, lest ihr in diesem Beitrag.
Wenn ihr unsicher seid, welches Format, Papier und Verfahren zu eurem nächsten Print-Projekt passt, sprecht uns gerne an – das lässt sich meist in einem kurzen Austausch klären.