

48 Seiten, hochwertiges Papier, soll beim Aufschlagen komplett flach liegen bleiben – schon an dieser einen Anforderung scheitern zwei der drei gängigen Bindearten. Die Entscheidung für eine Bindung wird in vielen Unternehmen erst kurz vor dem Druckauftrag getroffen, dabei bestimmt sie Optik, Haltbarkeit, Kosten und sogar, wie die Broschüre später genutzt werden kann.
Bei der Rückstichheftung werden die Bögen mittig gefalzt, ineinandergelegt und mit Drahtklammern am Falz geheftet. Das Verfahren ist eines der günstigsten und schnellsten, hat aber eine harte Grenze: Je nach Papiergrammatur lassen sich zuverlässig bis zu rund 80 Seiten heften, bei dickerem Papier deutlich weniger. Wichtig ist außerdem, dass die Seitenzahl durch vier teilbar ist – jeder gefalzte Bogen ergibt vier Seiten, sonst müssen Leerseiten aufgefüllt werden. Die Broschüre bekommt keinen echten Buchrücken, eignet sich also nicht, wenn Titel oder Logo seitlich lesbar sein sollen.
Bei der Klebebindung werden die Blattkanten angefräst, wodurch die Papierfasern freigelegt werden, und anschließend mit Klebstoff verbunden. Das Verfahren funktioniert für Umfänge von etwa 20 bis 400 Seiten und liefert einen echten, beschriftbaren Buchrücken – praktisch, wenn die Broschüre später im Regal stehen oder im Stapel wiedererkennbar sein soll. Der Nachteil: Aufgeschlagene Klebebindungen schließen sich leichter von selbst, und direkt am Falz gedruckte Inhalte (etwa doppelseitige Tabellen oder Grafiken über die Mittelachse) können im Bund leicht verloren gehen.
Bei Ring- und Spiralbindungen werden die Seiten am Rand gestanzt und auf eine Metall- oder Kunststoffspirale aufgezogen. Der klare Vorteil: Die Seiten lassen sich um 360 Grad umschlagen, und das Dokument liegt aufgeschlagen vollständig flach – ideal für Schulungsunterlagen, Kataloge zum Nachschlagen während der Arbeit oder Preislisten, die ständig aufgeschlagen neben dem Rechner liegen. Der Kompromiss: Ring- und Spiralbindungen wirken deutlich weniger repräsentativ als eine Klebebindung und eignen sich selten für hochwertige Marketingmaterialien, die einen Premium-Eindruck vermitteln sollen.
Wie stark sich Papier und Grammatur zusätzlich auf das Ergebnis auswirken, hat direkten Einfluss auf die Bindungswahl – welches Papier für welche Broschüre sinnvoll ist, lohnt sich deshalb vor der finalen Entscheidung noch einmal anzuschauen.
Neben der Bindungsart entscheidet auch das übergebene Datenformat darüber, ob die Produktion reibungslos läuft. Randabfallende Elemente brauchen Beschnitt, Bundstege müssen je nach Bindung unterschiedlich breit angelegt werden, und nicht jede Druckerei akzeptiert dieselben Exportformate. Einen Überblick, welche Dateiformate für den Druck üblich sind, gibt es im verlinkten Artikel.
Wenn ihr eine Broschüre nicht nur binden, sondern von der Konzeption bis zur Druckdatei komplett gestalten lassen wollt, ist das eine der klassischen Aufgaben, bei denen sich Konzept, Design und Druckvorbereitung aus einer Hand lohnen. Mehr zu unseren Leistungen im Bereich Print und Design.