

Die Website ist in dunklem Blau gehalten, mit einer klaren serifenlosen Schrift. Die LinkedIn-Posts nutzen ein spürbar helleres Blau und eine andere Schriftart, weil die Vorlage aus einem Canva-Template stammt. Die gedruckte Broschüre wirkt nochmal anders getönt, weil sie aus einem alten Dateiexport ohne passendes Farbprofil stammt. Und die Instagram-Story-Vorlage hat wieder eine eigene Schrift, weil sie vor zwei Jahren von einer Praktikantin gebaut wurde und seitdem einfach weiterläuft.
Für sich genommen sieht jeder dieser Kanäle gepflegt aus. Zusammen wirken sie wie drei bis vier verschiedene Unternehmen, die zufällig dieselbe Branche bedienen.
Wenn Unternehmen an dieser Stelle reagieren, ist der erste Reflex oft: das Logo überarbeiten, eine neue Website beauftragen oder die Social-Media-Vorlagen austauschen. Das behebt aber nur das sichtbarste Symptom, nicht die Ursache. Die Ursache ist fast nie schlechtes Design an einer einzelnen Stelle. Website, Broschüre und Social-Media-Auftritt sind für sich genommen häufig solide gemacht. Das Problem ist, dass sie nie im selben System entstanden sind.
Die Ursache liegt fast immer im Prozess, nicht in der Kompetenz der Beteiligten:
Jede einzelne Entscheidung war für sich genommen naheliegend. In der Summe ergeben viele einzeln naheliegende Entscheidungen aber kein einheitliches Bild – weil nie jemand alle Teile gleichzeitig im Blick hatte.
Der Unterschied zwischen „fünf guten Dienstleistern“ und einem funktionierenden Markenauftritt ist selten die Qualität der einzelnen Arbeit. Er liegt darin, ob Branding, Webdesign, Content und Print aus einer gemeinsamen Quelle gedacht werden oder unabhängig voneinander entstehen. Wir haben genau diesen Unterschied ausführlicher beschrieben in unserem Artikel was ein Kreativsystem eigentlich ist. Der Kerngedanke: Es braucht nicht mehr Dienstleister, sondern eine Stelle, an der alle Entscheidungen zur Marke zusammenlaufen – unabhängig davon, ob am Ende eine Website, ein Flyer oder ein Social-Media-Post dabei herauskommt.
Ein kurzer Realitätscheck reicht meist aus:
Wenn mehr als eine dieser Fragen mit Nein beantwortet wird, ist das kein Grund zur Panik – aber ein klares Zeichen, dass die Marke gerade eher zufällig als geplant auftritt.
Die gute Nachricht: In den meisten Fällen braucht es dafür kein komplettes Rebranding. Es reicht, die bestehenden Bausteine – Farben, Schriften, Bildsprache, Tonalität – einmal zusammenzutragen, auf ein gemeinsames System zu reduzieren und verbindlich festzuhalten. Was in so ein Dokument gehört, haben wir in unserem Artikel zum Brand Guide zusammengefasst. Erst wenn diese Basis fehlt oder die Marke inhaltlich nicht mehr zum Unternehmen passt, ist tatsächlich mehr nötig als Konsolidierung – dazu mehr in unserem Artikel darüber, warum das eigentliche Problem selten das Logo ist.
Wenn du beim Lesen gerade an eure eigene Website, eure Social-Media-Kanäle und eure letzte Broschüre gedacht hast und dir eine Konsistenz-Frage schwerfiel: Genau an diesem Punkt setzt die interdisziplinäre Arbeitsweise von M2K an – über Branding, Webdesign, Content und Print hinweg als ein System statt als lose Einzelaufträge.