

Ein Blick in die PageSpeed-Insights-Analyse zeigt bei den meisten Websites dasselbe Bild: ein Hero-Foto mit 3.000 mal 2.000 Pixeln und über 4 Megabyte Dateigröße, ausgeliefert an einen Bildschirmbereich, der auf dem Smartphone gerade einmal 400 bis 800 Pixel breit ist. Genau das ist in den meisten Fällen der Grund, warum eine WordPress-Website beim Laden hakt – nicht das Theme, nicht der Hoster, sondern unkomprimierte, überdimensionierte Bilder.
WordPress selbst erzwingt keine Bildoptimierung. Wer im Media-Uploader ein Foto direkt von der Kamera oder dem Smartphone hochlädt, bekommt genau diese Datei ausgeliefert, wenn Theme und Einstellungen nicht gegensteuern. Auf den meisten Websites ist ausgerechnet das größte Element im sichtbaren Bereich – Largest Contentful Paint, kurz LCP – ein Bild. Und ein unoptimiertes Hero-Bild ist damit der mit Abstand häufigste Grund, warum dieser Core-Web-Vitals-Wert schlecht ausfällt.
Google bewertet mit den Core Web Vitals drei Aspekte: wie schnell der größte sichtbare Inhalt lädt (LCP), wie schnell die Seite auf Eingaben reagiert (INP) und wie stabil das Layout beim Laden bleibt (CLS). Alle drei Werte fließen indirekt ins Ranking ein und beeinflussen ganz direkt, ob Besucher bleiben oder abspringen. Bilder wirken sich auf alle drei aus: auf LCP durch ihre Dateigröße, auf CLS, wenn kein Platz für sie reserviert wird und die Seite beim Nachladen springt, und auf INP indirekt, wenn der Browser durch das Dekodieren großer Bilder blockiert ist.
Ein praktisches Beispiel aus der Optimierungspraxis: Eine Landingpage mit unkomprimierten Bildern kam auf 6,8 Megabyte Ladevolumen und einen mobilen PageSpeed-Wert von 38. Nach Umstellung auf moderne Formate und Lazy Loading sank das Ladevolumen auf 0,9 Megabyte, der Score stieg auf 94, die LCP-Zeit fiel von 5,2 auf 1,4 Sekunden. Das ist keine Ausnahme, sondern der typische Hebel, den Bildoptimierung auf WordPress-Websites hat.
JPEG ist als Standardformat für Fotos technisch überholt. WebP komprimiert bei vergleichbarer Qualität deutlich stärker und wird seit WordPress 5.8 nativ unterstützt – die Software kann WebP-Dateien hochladen und teils automatisch aus JPEGs erzeugen. AVIF komprimiert noch einmal spürbar besser als WebP, wird aber noch nicht von jedem Tool und Plugin vollständig unterstützt. Für die Praxis heißt das:
Ein reales Beispiel aus der Praxis: Ein 1,2 Megabyte großes Hero-Bild, als WebP über ein CDN ausgeliefert, schrumpfte auf rund 150 Kilobyte – die LCP-Zeit sank dadurch von 3,5 auf 1,8 Sekunden. Allein die Formatumstellung, ohne sonstige Änderungen.
Ein häufiger Denkfehler: Kompression allein reicht. Tatsächlich ist die Pixelgröße oft der größere Hebel. Ein Bild, das auf dem Bildschirm 800 Pixel breit angezeigt wird, aber mit 3.000 Pixeln Breite ausgeliefert wird, verschwendet Bandbreite – unabhängig davon, wie stark es komprimiert ist. WordPress erstellt zwar automatisch verschiedene Bildgrößen (Thumbnail, Medium, Large) und liefert über das srcset-Attribut passende Varianten für unterschiedliche Bildschirmgrößen aus, aber das funktioniert nur zuverlässig, wenn:
Seit WordPress 5.5 lädt die Software Bilder standardmäßig verzögert (Lazy Loading): Bilder, die erst beim Scrollen sichtbar werden, laden auch erst dann. Das spart bei langen Seiten viel Ladevolumen. Ein verbreiteter Fehler ist aber, dieses Verhalten unverändert auf das Hero-Bild oder andere Elemente im ersten sichtbaren Bereich anzuwenden. Genau das verlangsamt den LCP-Wert zusätzlich, weil der Browser erst beim Scrollen erkennt, dass das Bild überhaupt gebraucht wird. Für das größte Bild oberhalb des Seitenfalzes gilt die umgekehrte Regel: kein Lazy Loading, stattdessen fetchpriority="high", damit der Browser es sofort und bevorzugt lädt.
Bildoptimierung muss nicht manuell passieren. Etablierte WordPress-Plugins wie ShortPixel, Smush oder Imagify komprimieren Bilder automatisch beim Hochladen, erzeugen WebP-Varianten und passen teils auch die Auslieferung über srcset an. Ergänzend lohnt sich ein CDN, das Bilder zusätzlich in Bildschirmgröße und modernem Format an den jeweiligen Besucher ausliefert, ohne dass am WordPress-Backend etwas verändert werden muss.
Bildoptimierung ist einer der Hebel mit dem besten Verhältnis aus Aufwand und Wirkung – oft lässt sich die gefühlte Ladezeit einer Website spürbar verbessern, ohne Hosting oder Theme zu wechseln. Wenn die Analyse aber zeigt, dass auch nach der Bildoptimierung noch andere Ursachen bremsen, lohnt sich ein Blick auf die häufigsten Ursachen für langsame WordPress-Websites – oder, falls der Verdacht eher in Richtung Plugin-Überladung geht, auf die Frage, wie viele WordPress-Plugins wirklich zu viele sind.
Wenn die eigene Website grundsätzlich technisch überarbeitet werden soll, nicht nur an einzelnen Stellschrauben, unterstützt M2K bei Konzeption und Umsetzung von WordPress-Websites – inklusive der technischen Basis, auf der Content und Design überhaupt performant ausgeliefert werden können.