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Welche Auflösung brauchen Bilder für den Druck? dpi, Pixelmaße und typische Fehler

19. August 2026
M2K Redaktion

Ein A4-Flyer im Offsetdruck braucht in der Regel Bilder mit 300 dpi in tatsächlicher Druckgröße. Trotzdem landen in Druckereien und Grafikabteilungen ständig Dateien, die im Druck verpixelt, unscharf oder farblich verschoben wirken. Meistens liegt das nicht an schlechten Fotos, sondern an vier immer wiederkehrenden Fehlern beim Export – und an einem Missverständnis darüber, was dpi überhaupt misst.

Was dpi wirklich bedeutet

dpi steht für dots per inch – die Anzahl der Druckpunkte, die eine Druckmaschine auf einer Strecke von einem Zoll (2,54 cm) platziert. Der entscheidende Punkt: dpi ist keine feste Eigenschaft eines Bildes, sondern das Verhältnis zwischen Pixelanzahl und tatsächlicher Ausgabegröße.

Ein Bild mit 3000 × 2000 Pixel erreicht bei einer Ausgabegröße von 10 × 6,7 cm rund 760 dpi. Bei 30 × 20 cm sind es nur noch etwa 250 dpi, weil sich dieselbe Pixelmenge über eine größere Fläche verteilt. Die Angabe „Auflösung: 300 dpi“ in den Metadaten einer Datei sagt deshalb wenig aus – entscheidend ist immer die Pixelanzahl im Verhältnis zur geplanten Druckgröße.

Wie viel Auflösung du für welches Druckprodukt brauchst

  • Flyer, Broschüren, Visitenkarten, Verpackungen (Betrachtungsabstand wenige Zentimeter bis 30 cm): 300 dpi in Originalgröße.
  • Plakate und Poster (Betrachtungsabstand 1–3 Meter): 150–200 dpi reichen in der Regel aus.
  • Großformat, Banner, Messewände, Fahrzeugbeschriftung (Betrachtungsabstand mehrere Meter): oft genügen 50–100 dpi, weil der Abstand die geringere Punktdichte fürs Auge ausgleicht.

Die benötigte Pixelbreite lässt sich einfach berechnen: Druckbreite in Zentimetern geteilt durch 2,54, multipliziert mit der gewünschten dpi-Zahl. Für einen A4-Flyer (21 cm Breite) bei 300 dpi ergibt das rund 2480 Pixel Breite.

Die vier häufigsten Fehler bei Druckdaten

Die meisten Probleme in der Druckvorstufe lassen sich auf eine Handvoll wiederkehrender Ursachen zurückführen.

  • Web-Bilder werden im Druck weiterverwendet. Bilder von der eigenen Website sind meist auf 72–150 dpi bei Bildschirmgröße optimiert. Für den Druck sind sie dann oft nur noch ein Bruchteil der benötigten Größe.
  • Kleine Bilder werden nachträglich hochskaliert. Photoshop, Illustrator oder InDesign können ein Bild rechnerisch vergrößern – neue Bildinformationen entstehen dabei aber nicht, nur weichere, interpolierte Pixel. Das Ergebnis wirkt am Bildschirm oft akzeptabel, im Druck aber unscharf.
  • Falscher Farbraum: RGB statt CMYK. Bildschirme mischen Farben additiv aus Licht (RGB), Druckmaschinen subtraktiv aus Farbpigmenten (CMYK, meist erweitert um Sonderfarben). Der CMYK-Farbraum ist kleiner als RGB – vor allem kräftige Blau-, Grün- und Neontöne wirken nach der Umwandlung oft merklich matter. Wer erst kurz vor dem Druck von RGB auf CMYK konvertiert, erlebt böse Überraschungen.
  • Fehlende Beschnittzugabe und nicht eingebettete Schriften. Ohne die üblichen 3 mm Beschnitt an jeder Kante können nach dem Schneiden weiße Ränder entstehen. Nicht in Pfade umgewandelte oder nicht eingebettete Schriften führen dazu, dass die Druckerei sie durch Standardschriften ersetzt – meist ohne Rückfrage.

Vektor oder Pixelgrafik – wann was?

Logos, Icons und Illustrationen mit klaren Flächen und Linien gehören als Vektorgrafik angelegt (AI, EPS oder SVG). Sie lassen sich verlustfrei auf jede Größe skalieren, vom Visitenkartenlogo bis zur Hausfassade. Fotos dagegen sind immer Pixelgrafiken – hier zählt ausschließlich die Ausgangsauflösung der Kamera- oder Scandatei, eine nachträgliche Vektorisierung funktioniert nur bei sehr einfachen Motiven.

So prüfst du deine Datei vor dem Druck

  • In Photoshop unter Bild → Bildgröße die Option „Neu berechnen“ deaktivieren und prüfen, ob die Auflösung bei der geplanten Ausgabegröße den Zielwert erreicht.
  • Für den Export die von der Druckerei vorgegebene PDF-Norm nutzen (meist PDF/X-4 oder PDF/X-1a), Beschnitt aktivieren und das passende Farbprofil (häufig ISO Coated v2 oder PSO Coated v3) einbetten.
  • Bei Unsicherheit vorab einen Datencheck bei der Druckerei anfragen – das kostet meist nichts und verhindert einen Nachdruck.

Saubere Druckdaten sind am Ende reine Handwerksarbeit, aber sie entscheiden sichtbar über die Wirkung eines gedruckten Produkts. Bei M2K gehört die Aufbereitung von Druckdaten – von der Bildauflösung bis zum Farbprofil – standardmäßig zu unseren Grafik- und Kommunikationsdesign-Leistungen, genau wie die Frage, wie Print-Materialien zur restlichen Markenkommunikation passen. Mehr dazu, wie eine Marke über einzelne Materialien hinaus konsistent wirkt, liest du in unserem Artikel Was ist Branding?

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